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Schwarzarbeit:So funktioniert die legale Berechnung im Detail

Welche Vorteile hat die Putzhilfe?

Verdient sie in ihrem Job nicht mehr als 450 Euro im Monat, muss sie auch als angemeldete Haushaltshilfe keine Abgaben zahlen. Sie bekommt ihr Geld weiter brutto für netto. Trotzdem hat sie Vorteile wie den Anspruch auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung bei Krankheit. Bekommt sie etwa eine Grippe, erstattet die Knappschaft dem Arbeitgeber 80 Prozent des weiter gezahlten Lohns. Bei Schwangerschaft sogar 100 Prozent. Die Putzhilfe ist außerdem bei Arbeitsunfällen versichert. Stürzt sie während der Arbeit, übernimmt die Unfallkasse die Kosten für die ambulante oder stationäre Behandlung bis hin zu einer lebenslangen Unfallrente. Hinzu kommen kleine Ansprüche auf eine gesetzliche Rente.

Was müssen Arbeitgeber übernehmen?

Zusätzlich zum Lohn zahlt er Pauschalabgaben für Steuern und Sozialversicherung in Höhe von maximal 14,9 Prozent. Dazu gehören jeweils fünf Prozent für Kranken- und Rentenversicherung, zwei Prozent Pauschalsteuer für die Finanzbehörden, 1,6 Prozent für die gesetzliche Unfallversicherung, ein Prozent für die Lohnfortzahlung oder auch 0,3 Prozent für den Mutterschutz. Die Fünf-Prozent-Pauschale für die Krankenversicherung kann wegfallen, wenn der Minijobber nicht in Deutschland gesetzlich krankenversichert ist.

300 000 Haushaltshilfen

Die Bereitschaft, eine Putzfrau zu legalisieren, nimmt bundesweit zu. Ende 2015 waren knapp 300 000 Menschen, die in privaten Haushalten beschäftigt waren, offiziell bei der Minijob-Zentrale gemeldet. Das sind 4,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 waren etwa 50 000 Beschäftigungsverhältnisse gemeldet. Schätzungsweise vier Millionen Menschen arbeiten nach wie vor schwarz in deutschen Haushalten.

Wie fördert der Staat die Legalisierung?

Für alle Steuerzahler gilt: 20 Prozent der Ausgaben für den Minijobber lassen sich direkt von der Einkommensteuer abziehen, bis zu 510 Euro pro Jahr. Wegen des Steuervorteils über die haushaltsnahen Dienstleistungen ist der saubere Weg für die meisten Bürger deshalb meist auch noch der attraktivere.

Wie wird genau gerechnet?

Ein Beispiel: Die Haushaltshilfe kommt einmal pro Woche in die Wohnung für drei Stunden Arbeit à 12 Euro Lohn. Das macht im Monat 144 Euro. Arbeitet sie legal, muss der Arbeitgeber zunächst 14,25 Euro zusätzlich an Abgaben zahlen. Bei der Einkommensteuer im darauffolgenden Jahr darf der Arbeitgeber aber 20 Prozent dieser Aufwendungen abziehen, das entspricht monatlich 31,65 Euro. Damit bleibt unterm Strich ein Plus von gut 17 Euro monatlich, wenn die Haushaltshilfe offiziell statt schwarz arbeitet. Der Arbeitgeber darf sie natürlich weiter in bar bezahlen, eine Überweisung muss nicht sein.

© SZ vom 23.04.2016/vit
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