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Schuldenstreit:Juncker bricht Verhandlungen mit Griechenland ab

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Hat die heutigen Verhandlungen der Geldgeber mit Griechenland beendet: EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

(Foto: dpa)

Jean-Claude Juncker, der Chef der EU-Kommission, hat einen Vermittlungsversuch in der griechischen Schuldenkrise abgebrochen. Die Positionen Athens und die Vorschläge der Geldgeber lägen zu weit auseinander. Nun soll in der Eurogruppe weiter verhandelt werden.

Im griechischen Schuldendrama hat EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker einen Vermittlungsversuch abgebrochen. Es gebe bei den diskutierten Reformen für Griechenland einen deutlichen Unterschied zwischen den Plänen der Geldgeber und Athens, teilte ein Kommissionssprecher am Sonntagabend in Brüssel mit. Weitere Diskussionen müssten nun in der Eurogruppe stattfinden, hieß es.

Das nächste Treffen der 19 Ressortchefs ist an diesem Donnerstag in Luxemburg geplant. "Präsident Juncker bleibt überzeugt, dass mit verstärkten Reformanstrengungen auf der griechischen Seite und politischem Willen auf allen Seiten eine Lösung bis Monatsende gefunden werden kann", so der Sprecher. Am 30. Juni läuft das schon zwei Mal verlängerte Hilfsprogramm für Griechenland auf europäischer Seite aus. Ohne Einigung droht Griechenland der Staatsbankrott.

Zuvor hatten die Geldgeber auf der Suche nach einer Lösung im Schuldenstreit neue Sparmöglichkeiten vorgeschlagen. Da die Regierung in Athen eine von den Gläubigern geforderte Rentenreform weiter ablehnt, könnte der Staat stattdessen das Verteidigungsbudget kürzen. Griechenland hat, gemessen an der Wirtschaftsleistung, nach Großbritannien die zweithöchsten Militärausgaben in der EU. Berechnungen der Kreditgeber zufolge könnte das hochverschuldete Land durch Kürzungen in diesem Bereich jährlich 200 bis400 Millionen Euro einsparen.

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© SZ.de/mati

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