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Schuldenkrise in Athen:Troika stellt Griechenland ein schlechtes Zeugnis aus

Kommt Athen von seinen Schulden runter? Das untersucht der Troika-Bericht - und kommt offenbar nicht zum gewünschten Ergebnis. Die bisherigen Anstrengungen Griechenlands reichen demnach nicht aus. Der Druck auf Athen nimmt zu. Beim umstrittenen Sperrkonto könnte die griechische Regierung einknicken.

Wie schlecht es um Griechenlands Finanzen steht, hat die Troika in Athen untersucht. Beamte der EZB, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Kommission haben sich den griechischen Staatshaushalt vorgenommen. Das Ergebnis ist entscheidend dafür, ob Griechenland weiter Geld bekommt: Eine Rettung gibt es nur, wenn die Hausaufgaben erfüllt werden, sagen die internationalen Kreditgeber.

Doch danach sieht es nicht aus. Der Troika-Bericht ist zwar nicht öffentlich, doch erste Details werden nun bekannt. Demnach kann Griechenland selbst mit dem jetzigen Fahrplan, der drastische Einsparungen vorsieht, langfristig nicht so viel Schulden abbauen, wie EZB, IWF und die EU fordern.

Bis 2020 sollen die Schulden unter 120 Prozent der Wirtschaftsleistung fallen - erreicht werden wohl nur 129 Prozent, prognostiziert die Troika. Im Moment liegt das Verhältnis bei 160 Prozent. "Das Resultat erfüllt nicht die Parameter, die ausgemacht wurden", sagte ein Vertreter der Euro-Zone der Nachrichtenagentur Reuters. Ein paar Prozentpunkte mehr seien allerdings akzeptabel, weil die Prognose von sehr vielen Variablen abhänge. Am Montag treffen sich die Finanzminister der Eurozone, um zu entscheiden, wie es mit Griechenland weitergeht.

Am Mittwoch hatten die Finanzminister bereits über den Troika-Bericht beraten. Laut Spiegel habe sich vor allem Deutschland gegen eine schnelle Hilfe gesperrt - weil die Schuldenprognose so schlecht ausfalle.

Ebenfalls in der Diskussion: das Sperrkonto für Griechenland. Athens Haushaltsrecht soll einschränkt werden, um Staatseinnahmen für Gläubiger zu reservieren. Der Vorschlag sorgte für Empörung in Griechenland. Doch das Handelsblatt meldet nun, dass Athen einem Sonderkonto zugestimmt habe. Dies würden deutsche Regierungskreise berichten. Demnach solle ein Teil der griechischen Staatseinnahmen auf dieses Konto fließen und nur benutzt werden, um Schulden zu tilgen.

© Süddeutsche.de/dpa/reuters/bbr/hgn
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