Schuldenkrise Griechenland will vorerst weniger Beamte entlassen

Griechenland soll 2000 Staatsbedienstete entlassen, um die nächste Tranche an EU-Hilfsgeldern zu erhalten. Doch das Land rechnet in diesem Jahr mit 17 Millionen Touristen. Jetzt will Athen die Troika um Aufschub bitten - bis nach der Sommerzeit.

Die griechische Regierung will mehr Zeit, um die versprochenen Entlassungen im staatlichen Bereich umzusetzen. Regierungschef Antonis Samaras befürchtet, dass es mitten in der für das Land wichtigen Tourismussaison erneut zu Protesten kommen könnte. Die Regierung will die Troika der internationalen Geldgeber deshalb um Aufschub bitten. Es geht um rund 2000 Staatsbedienstete, die ursprünglich in diesem Juni gehen sollten.

Wie die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus Kreisen des Finanzministeriums erfuhr, soll das Thema angesprochen werden, wenn Vertreter der Troika am 10. Juni nach Athen kommen. Es geht um die Freigabe einer weiteren Tranche in Höhe von 3,3 Milliarden Euro für das pleitebedrohte Euro-Land.

Die Entlassungen sollten "am liebsten nach der Sommerzeit in Gange gesetzt werden", sagte ein hoher Beamter des Finanzministeriums, der an den Verhandlungen teilnimmt. Griechenland rechnet dieses Jahr mit einem neuen Rekord bei den Besucherzahlen. Etwa 17 Millionen Touristen werden in dem Land erwartet.

Der Premierminister von Luxemburg, Jean-Claude Juncker, hat in einem Interview davon abgeraten, über einen Schuldenschnitt der öffentlichen Kreditgeber zu diskutieren. "Das ist ein sensibles Thema, und ich denke nicht, dass es im Interesse von Griechenland oder der Euro-Zone ist, jetzt so eine Diskussion zu führen", sagte der ehemalige Chef der Euro-Gruppe.