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Schröders Vorbilder:Der Ruf des Geldes

Den Weg von der Politik in die Bankenwelt sind vor Gerhard Schröder schon andere gegangen.

Noch etwas schneller als der Alt-Kanzler kam sein früherer so genannter Superminister Wolfgang Clement (SPD) in der Finanzbranche an. Er berät die amerikanische Citigroup seit Anfang März bei ihren Geschäften in Deutschland. Meist haben Ex-Politiker wie Clement und Schröder einen Beratervertrag, selten sind sie fest angestellt - wie etwa Lothar Späth.

Der frühere CDU-Ministerpräsident von Baden-Württemberg leitete jahrelang das Hightech-Unternehmen Jenoptik in Jena, danach beriet er die Investmentbank Merrill Lynch, seit 2005 leitet er das Geschäft in Deutschland und Österreich.

Allerdings übernimmt Späth vorwiegend repräsentative Aufgaben. Der Deutschland-Chef der Investmentbank Lehman Brothers, Karl Dannenbaum, sicherte sich 2002 die Beraterdienste des früheren Justiz- und Außenministers Klaus Kinkel (FDP); der ehemalige Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser ging zu Beginn dieses Monats als Vize-Chairman zur Deutschen Bank und berät dort Josef Ackermann.

Doch lockt nicht nur das Geld der Investmentbanken manchen Politiker, auch die Politik übt offenbar für manchen Banker ihren Reiz aus. Lutz Raettig, Deutschland-Chef bei Morgan Stanley, kandidiert bei der Kommunalwahl in Frankfurt am Main für die CDU.

© SZ vom 25.03.2006
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