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Schmiergeldskandal:Griechen wollen von Siemens Milliarden

Ein griechischer Untersuchungsausschuss fordert von Siemens wegen des Schmiergeldskandals zwei Milliarden Euro Schadenersatz. Das Unternehmen habe sich lukrative Aufträge im Land erschlichen.

Siemens soll wegen des Schmiergeldskandals zwei Milliarden Euro Schadenersatz an Griechenland zahlen. Das verlangt der Vorsitzende eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses in Athen, der die Korruptionsfälle von Siemens im Land aufklären soll.

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Siemens soll wegen des Schmiergeldskandals zwei Milliarden Euro Schadenersatz an Griechenland zahlen.

(Foto: ddp)

Iosif Valyrakis fordert die griechische Regierung und die Justiz in einem Schreiben auf, gegen den Industriekonzern vorzugehen und diese Summe geltend zu machen. Valyrakis verweist darauf, dass sich Siemens mit Schmiergeldzahlungen lukrative Aufträge der nationalen Telefongesellschaft OTE und für die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen besorgt habe.

Der Brief, der diese Woche an das Finanz- und das Justizministerium sowie an die Staatsanwaltschaft und das Oberlandesgericht in Athen ging, liegt der SZ vor.

Bei Siemens sorgt die Forderung nach Schadenersatz in Milliardenhöhe für Kopfschütteln. "Wir kooperieren umfassend mit den griechischen Behörden", sagte ein Sprecher. Nach Erkenntnissen von Ermittlern hat Siemens in großem Stil bei OTE für einen Großauftrag geschmiert.

Auch bei einem Großprojekt bei den Olympischen Sommerspielen 2004 soll bestochen worden sein. Darüber hinaus bekamen die führenden Parteien jahrelang Millionen, um Regierungen, Behörden und Staatsfirmen für Siemens einzunehmen. Bei den zwischen OTE und Siemens diskutierten Schadenersatzsummen geht es um ein- oder zweistellige Millionenbeträge.

Valyrakis, der Chef des Untersuchungsausschusses, will zehn Prozent der von Siemens bei verdächtigen Projekten erzielten Einnahmen als Schaden geltend machen. Der Konzern hat aber zuletzt nur 250 Millionen Euro Umsatz im Jahr in Griechenland gemacht. In Konzernkreisen heißt es, um überhaupt Geschäfte im Umfang von 20 Milliarden Euro in Athen gemacht zu haben, müsse man bei Siemens schon "bis in die Antike zurückgehen".