Schmiergeld-Ermittlungen in Griechenland Griechischer Mittelsmann legt Geständnis ab

Mittelsmann für Atlas und Rheinmetall Defence Ecletronics in Griechenland war der Ex-Militär Panos Efstathiou. Bei der Rheinmetall Defence Electronics hatte Efstathiou mit seinen Firmen bis 2009 einen umfassenden Beratervertrag. Jetzt gestand Efstathiou, den damaligen Rüstungseinkäufer Antonois Kantas im Athener Verteidigungsministerium und zehn Spitzenmilitärs für die Aufträge bei Poseidon und bei Asrad mit insgesamt mehreren Millionen Euro bestochen zu haben.

Rüstungsexport Neuer Verdacht gegen Rüstungskonzern
Panzer-Deal mit Griechenland

Neuer Verdacht gegen Rüstungskonzern

Mit fragwürdigen Gegengeschäften soll der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann Griechenland zum Kauf von "Leopard"-Panzern gelockt haben. Zudem tauchen Hinweise auf, dass Schmiergelder ins Verteidigungsministerium nach Athen geflossen sein könnten.   Von Klaus Ott, München, und Tasos Telloglou, Athen

Efstathiou sagte der Athener Staatsanwaltschaft, fünf von ihm namentlich genannte deutsche Geschäftsleute bei Atlas beziehungsweise Rheinmetall hätten davon gewusst. Sie hätten sogar auf Schmiergeldzahlungen gedrängt. Zwei Geschäftsleute hätten so den Poseidon-Auftrag sichern wollen, drei den Asrad-Auftrag. Außerdem hätten mehrere Atlas-Manager von den Deals persönlich profitiert. Rheinmetall sagt, es habe "keine unzulässigen Zahlungen von Rheinmetall an Kantas oder andere griechische Amtsträger gegeben". Die Verträge mit den Firmen von Efstathiou hätten "bindende Klauseln zur gesetzlich korrekten Abarbeitung der gestellten Aufgaben enthalten". Zu den Geständnissen in Griechenland könne Rheinmetall sich wegen "fehlender Informationen" nicht äußern.

Hinzu kommt ein Geständnis eines weiteren Mittelsmanns, Dimitrios Papachristou, der für einen Auftrag in Höhe von 150 Millionen Euro an Wegmann für die Lieferung von 24 Panzerhaubitzen PzH 2000 den Rüstungseinkäufer Kantas mit 750.000 Euro bestochen haben will. Davon habe ein Wegmann-Manager gewusst, und davon auch persönlich profitiert.

Die Firma Wegmann gibt es heute nicht mehr. Sie ging 1999 in Krauss-Maffei Wegmann (KMW) auf. Papachristou wurde am Freitag nach seinem Geständnis verhaftet. KMW lässt Schmiergeldvorwürfe untersuchen, die den Konzern selbst betreffen. Dabei geht es um die Lieferung von 170 Leopard-2-Panzern für 1,7 Milliarden Euro nach Griechenland. Zu den Vorwürfen gegen das Vorgängerunternehmen Wegmann äußerte sich KMW bisher nicht.