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Schifffahrt - Hamburg:Abschlussbericht zum Seeunfall der "MSC Zoe" zieht sich hin

Hamburg/Den Haag (dpa) - Fast ein Jahr nach dem schweren Seeunfall des Containerschiffs "MSC Zoe" haben deutsche und niederländische Behörden einen Zwischenbericht ihrer Untersuchungen veröffentlicht. Nähere Hinweise auf die Ursache der Havarie werden nicht genannt, weil die Ermittlungen noch andauern. Daran beteiligt seien Panama als Flaggenstaat des Schiffes, die Niederlande und Deutschland, sagte Ulf Kaspera von der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) am Freitag in Hamburg. Wann der gemeinsame Abschlussbericht der drei Staaten vorgelegt werden könne, sei nicht absehbar. Daher könnten auch noch keine Sicherheitsempfehlungen für die Zukunft formuliert werden.

Das knapp 400 Meter lange Schiff mit 8000 Containern an Bord hatte in der Nacht zum 2. Januar auf der Fahrt nach Bremerhaven 342 Container in der stürmischen Nordsee verloren. Dabei waren 297 Container in niederländischen Gewässern bei der Insel Ameland und 45 in deutschen Gewässern vor der Insel Borkum versunken. Die meisten Container zerbarsten, in der Folge trieb tonnenweise Müll an die Strände. Die aufwendigen Bergungsarbeiten sind bis heute nicht abgeschlossen.

Nach einer Theorie zur Unfallursache könnte eine Bodenberührung des Schiffes bei starkem Wellengang eine Rolle gespielt haben. Die "MS Zoe" mit bis zu 16 Metern Tiefgang soll in einer nur 17 Meter tiefen Fahrrinne unterwegs gewesen sein. Experten einer niederländischen Schiffsbauversuchsanstalt sollen daher die Zusammenhänge zwischen Wetter, Meeresgrund und Wellenbildung erforschen.

Der niedersächsische Landtag in Hannover hatte im Oktober gefordert, dass für Containerschiffe küstenferne Routen festgelegt werden sollen. Zudem sollten Gefahrgutcontainer Peilsender erhalten.

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