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Schifffahrt - Douala:Keine deutschen Seeleute von Frachter verschleppt

Hamburg/Duala/London (dpa) - Unter den nach einem Überfall auf das Frachtschiff "Marmalaita" entführten Seeleuten sind keine deutschen Staatsbürger. Die Piraten hätten acht Personen mitgenommen - vier Russen, drei Philippiner und einen Ukrainer, teilte die Hamburger Staatsanwaltschaft am Montag in der Hansestadt mit. Vier weitere Seeleute konnten sich während des Überfalls am Ankerplatz im Hafen der Millionenstadt Duala am vergangenen Mittwoch verstecken. Weitere Informationen könne die Staatsanwaltschaft gegenwärtig nicht geben, erklärte eine Sprecherin. Auch die Reederei MC-Schiffahrt verwies lediglich auf ihre mehrere Tage alte Mitteilung auf ihrer Webseite.

Piratenüberfälle kommen an der Küste Westafrikas sehr häufig vor. Normalerweise würden Gefangene von Kamerun nach Nigeria verschleppt, sagte Pottengal Mukundan, der Direktor des International Maritime Bureau (IMB), das Kriminalitätsfälle auf den Weltmeeren erfasst, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in London. Dort müssten sie ausharren, bis die Lösegeldverhandlungen beendet seien. Nach Angaben des Auswärtigen Amts besteht vielerorts in Kamerun ein hohes Entführungsrisiko.

MC-Schiffahrt wurde nach eigenen Angaben 1986 in Hamburg gegründet. 33 Mitarbeiter seien in Hamburg beschäftigt, rund 400 Mann fahren demnach zur See. Die "Marmalaita" ist ein rund 143 Meter langer und 18 Meter breiter Mehrzweckfrachter, der unter der Flagge von Antigua und Barbuda fährt. Er liegt nach wie vor im Hafen von Duala und wird ohne die entführten Seeleute oder eine neue Crew auch nicht ablegen können. Entführt wurden unter anderem der Kapitän, der 1., 2. und 3. Offizier, der Chefingenieur und der Schiffselektriker.