Sarkozy kämpft um Bestnote Dann sogar 317 Milliarden Euro?

Und alles, was der Regierung bislang zu dieser gefährlichen Gemengelange einfiel, war ein Zwölf-Milliarden-Euro-Sparprogramm, das erstens weit hinter den Sparprogrammen anderer europäischer Länder zurückbleibt und das zweitens auf einer Wachstumsprognose von 1,75 Prozent fußt. Einem Wert, den Ökonomen für viel zu hoch halten und den neuerdings sogar Frankreichs Finanzminister François Barroin für "wahrscheinlich zu hoch" hält.

Experten rechnen deswegen mit einer baldigen Herabstufung. Die Chefvolkswirte von Barclays und Commerzbank äußerten sich zu Wochenbeginn schon so, nun sagte Lüder Gerken, der Chef des Centrums für Europäische Politik, der Rheinischen Post: "Durch die Bankenkrise ist der Rekapitalisierungsbedarf für die französischen Banken so groß, dass Frankreich höchste Gefahr läuft, sein Triple-A-Rating zu verlieren." Der deutsche EFSF-Manager Klaus Regling hingegen sagte bei einem Vortrag in München, dass die Ratingagenturen schriftlich zugesichert hätten, Frankreich nicht herabszustufen.

Nun ist es generell so, dass der Verlust des AAA nicht zwingend eine Katastrophe ist. Vor wenigen Wochen stufte beispielsweise Standard & Poor's die USA herab - und die Folgen blieben überschaubar. Amerikanische Staatsanleihen gelten weiterhin als das weltweit sicherste Investment. Doch im Falle von Frankreich wäre das anders.

Denn das Land schultert gemeinsam mit Deutschland die Hauptlast für den Euro-Rettungsschirm EFSF. Die gesamte Konstruktion dürfte nur aufgehen, wenn beide Länder ihre AAA-Ratings behalten. Sollten die Agenturen Frankreich herabstufen, müsste der EFSF neu bewertet werden und könnte er seine Bestnote verlieren. Das wiederum würde dazu führen, dass große Anleger mehr in deutsche Staatsanleihen als in den EFSF investieren würden.

Der Fonds wäre nicht mehr das, was er sein soll - es sei denn, Deutschland würde seinen Anteil weiter ausbauen. Nach Berechnungen von Gerken müsste der Bund seine Garantien von 211 Milliarden Euro auf 317 Milliarden Euro erhöhen, damit der Fonds sein geplantes Volumen von 780 Milliarden Euro behalten könne. Doch selbst die Ressourcen der größten Volkswirtschaft Europas dürften irgendwann einmal erschöpft sein - mal ganz abgesehen von der Frage, wie die deutschen Steuerzahler auf solch eine Entwicklung reagieren würden.

Staaten mit S&P-Rating AAA

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