PharmaindustrieMerck-Chefin Garijo wechselt zu Sanofi

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Die Erfolgsbilanz von Belén Garijo bei Merck ist gemischt.
Die Erfolgsbilanz von Belén Garijo bei Merck ist gemischt. Immo Fuchs/Merck

Der französische Pharmakonzern tauscht seine Spitze aus. Auf Paul Hudson folgt mit Belén Garijo die bisherige Merck-Chefin. Die Sanofi-Aktie gibt daraufhin stark nach.

Der französische Pharmakonzern Sanofi tauscht überraschend seinen Vorstandschef aus und holt die bisherige Merck-Chefin Belén Garijo an die Spitze. Sie folgt auf Paul Hudson, dessen Vertrag nicht verlängert wird, wie das Unternehmen mitteilte. Hudson werde zum 17. Februar zurücktreten, Garijo soll die Leitung nach der Sanofi-Hauptversammlung Ende April übernehmen. In der Zwischenzeit werde Verwaltungsratsmitglied Olivier Charmeil als Übergangschef fungieren.

Garijos Abschied beim Darmstädter Dax-Konzern Merck steht ⁠bereits fest, ihr Vertrag endet planmäßig. Ihre Nachfolge tritt zum Mai der bisherige Chef der Elektroniksparte, Kai Beckmann, an.
Hudson, 58, der nur zwei Monate vor Ablauf seiner Amtszeit abgesetzt wurde, reagierte nicht auf eine Anfrage. An der Börse fiel
die Sanofi-Aktie um fast sechs Prozent. Kritiker verwiesen auf eine aus ihrer Sicht begrenzte Erfolgsbilanz Garijos ‌bei der Entwicklung neuer Medikamente während ihrer Zeit bei Merck. Die Analysten des Brokerhauses ‌Jefferies wiesen diese Einschätzung jedoch zurück. Garijo habe bei Merck einen weiteren Niedergang des Pharmageschäfts erfolgreich verhindert.

Die Sanofi-Aktien haben im vergangenen Jahr rund ein Viertel ihres Wertes verloren und sich damit schlechter entwickelt als der europäische Pharma-Index. Seit Hudsons Amtsantritt im September 2019 summierte sich die Gesamtrendite für Aktionäre auf 33 Prozent, während die britischen Rivalen AstraZeneca und GSK im selben Zeitraum 133 beziehungsweise 65 Prozent erzielten.
Hintergrund sind ‌mehrere enttäuschende Studienergebnisse bei Sanofi und der wachsende Druck, einen Nachfolger für das Blockbuster-Asthmamittel Dupixent zu finden, dessen Patentschutz Anfang der 2030er-Jahre ausläuft. Hudson selbst hatte Ende Januar ‌eingeräumt, dass seine Pläne nicht so schnell ‌wie erwartet vorangekommen seien. „Wir müssen ein wenig geduldig sein“, sagte er. Zudem leidet das Geschäft mit Impfstoffen unter politischem Druck aus den USA. Sanofi rechnet für dieses Jahr mit einem „leicht negativen“ Umsatz in diesem Bereich.

Garijo bringe die Erfahrung und das Profil mit, „um das Tempo zu erhöhen, die Qualität der Strategieumsetzung zu stärken und den ‌nächsten Wachstumszyklus des Unternehmens anzuführen“, erklärte Sanofi-Verwaltungsratschef Frédéric Oudéa. Die 65-jährige Spanierin ist bei Sanofi keine Unbekannte: Sie war bereits 15 Jahre für das Unternehmen tätig und saß zudem im Verwaltungsrat des Kosmetikkonzerns L’Oréal. Merck verlässt Garijo nach ebenfalls 15 Jahren im Unternehmen. Dort war sie 2021 als erste Frau allein an die Spitze eines Dax-Konzerns gerückt, nachdem sie zuvor sechs Jahre das Pharmageschäft geführt hatte.

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