Samsung Electronics Schwieriges Jahr

Für das neue faltbare Smartphone sollen Samsung-Kunden etwa 2000 Euro bezahlen. Doch die Konkurrenz hat schon nachgezogen.

(Foto: Josh Edelson/AFP)

Samsung warnt vor einem Gewinneinbruch im ersten Quartal. Hauptsächlich, weil Speicherchips immer billiger werden. Doch der Technologiekonzern muss sich auch in anderen Bereichen anstrengen.

Von Valentin Dornis

Für Samsung könnte 2019 ein schwieriges Jahr werden. Zumindest beginnt es schon mit Problemen: Im ersten Quartal werde der Gewinn hinter den Markterwartungen zurückbleiben, warnte das südkoreanische Technologie-Unternehmen am Dienstag. Gründe dafür seien fallende Preise für Speicherchips und eine geringere Nachfrage nach Displays. Erst vor einer Woche hatte der Konzern seine Aktionäre darauf vorbereitet, dass das schwächere Wirtschaftswachstum in China sowie die internationalen Handelsstreitigkeiten die Geschäfte in diesem Jahr belasten würden. Trotzdem zeigte sich Samsung optimistisch, dass das zweite Halbjahr besser laufen und der Konzern wieder mehr Speicherchips verkaufen werde.

Für Januar bis März erwarten Analysten beim operativen Ergebnis einen Rückgang um mehr als 50 Prozent auf umgerechnet 5,6 Milliarden Euro, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das zeigten Daten von Refinitiv SmartEstimate. Auch der Umsatz soll sinken, von umgerechnet 47,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 41,9 Milliarden Euro. Die Börse reagierte auf diese Nachrichten verhalten, wohl auch, weil Samsung diese Entwicklung bereits angekündigt hatte. In Seoul gab der Kurs zeitweise um etwa 1,5 Prozent nach.

Bei dem schwächelnden Geschäft mit den Speicherchips geht es vor allem um sogenannte DRAM-Chips, die häufig auch in Servern verbaut werden. Die Preise sanken Experten zufolge seit Ende 2018 im Durchschnitt um mehr als 20 Prozent. Eine Entwicklung, die Privatnutzern von Festplattenspeichern bekannt vorkommen dürfte - dort fallen die Preise seit Jahrzehnten. Eine so deutliche Entwicklung, dass sie häufig als Beispiel für technischen Fortschritt genutzt wird: Hat sich eine Technik etabliert, wird sie mit der Zeit immer günstiger. Um die Jahrtausendwende zahlten Privatkunden für ein Gigabyte Speicherplatz im Durchschnitt noch mehrere Euro, heute sind es wenige Cent.

Ein weiteres Geschäftsfeld, das Samsung im Blick haben muss, ist der Smartphone-Markt. Zwar ist das Unternehmen hier im vergangenen Jahr noch deutlicher Weltmarktführer gewesen. Doch insgesamt wächst der Markt nicht mehr so stark wie in früheren Jahren, und die Konkurrenz aus China holt massiv auf. Vor allem die Marken Huawei und Xiaomi erkämpften sich in den vergangenen Jahren deutliche Marktanteile mit guten und oft günstigeren Smartphones. Samsung versucht, mit Innovationen zu punkten: Im Februar stellte es ein Smartphone mit faltbarem Display vor, das mit einem Preis von etwa 2000 Euro hauptsächlich Premiumkunden ansprechen soll. Doch Konkurrent Huawei zog direkt nach und präsentierte im März ein ähnliches Modell, das ebenfalls den Funkstandard 5G unterstützt.