Sahra Wagenknecht beim SZ-Führungstreffen 2011:Empörung und ein klein wenig Applaus

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Wagenknecht sieht da kein Problem. Ohne die Leistung der Beschäftigten bestehe ohnehin kein Unternehmen. Der Erbe aber, dessen Leistung bestehe doch allein daraus, zum "Klub der glücklichen Spermien" gehört zu haben. Das reiche einfach nicht als Befähigungsnachweis.

Da rechnen manche im Saal dann schnell mal nach. Wie lange reicht die Million, die ihnen Wagenknecht zubilligt. Und sind empört.

Die einen werfen ihr Ideologie vor, die anderen sprechen ihr ab, sich in Unternehmen auszukennen. "Es ist etwas anderes über Misthaufen zu schreiben, als ihn mit der Schaufel wegzuschaffen!", sagt ein Sparkassendirektor aus dem Schwäbischen.

"Dann sind wir alle Ideologen", kontert Wagenknecht. Und in der Politik habe die betriebswirtschaftliche Sicht ohnehin zu lange die Debatte bestimmt. Jetzt müsse mal die makroökonomische Brille aufgesetzt werden.

Ein Unternehmer ereifert sich, er höre "mit Erschrecken was Sie hier so ablassen". Und: "Was ihr wollt ist Umverteilung! Wie wäre es mal mit Arbeit!"

Bei Wagenknecht tritt er damit ein offenes Scheunentor ein. Umverteilung? "Ja, ich stehe dazu, dass ich Umverteilung will." Und setzt charmant nach, er dürfe sein Unternehmen ja noch führen. Aber: "Ihr Unternehmen wäre dann eben nicht mehr ihr Privateigentum." Na dann ist ja alles gut.

An einer Stelle bekommt Wagenknecht sogar Applaus. OK, da klatscht nur einer, aber immerhin, das ist ja ein Wirtschaftsymposium hier. Diejenigen, die die Fähigkeiten haben, ein Unternehmen zu führen, sollen auch gut bezahlt werden. Nur "wer die Leistung nicht bringt, der hat keinen Anspruch auf die Erträge des Unternehmens".

Für den einen Beifallspender dürfte es für Wagenknecht auf jeden Fall schon gelohnt haben, hierher zu kommen.

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