Die irische Fluggesellschaft Ryanair muss wegen niedriger Ticketpreise einen Gewinneinbruch verkraften. Der Nettogewinn fiel im Ende März auslaufenden Geschäftsjahr 2024/25 um 16 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, wie Europas größte Billig-Airline am Montag mitteilte.
Ryanair hatte in den vergangenen zwölf Monaten eine Rekordzahl von 200 Millionen Passagieren befördert, nachdem die Airline ihr früheres Ziel von 205 Millionen Fluggästen aufgrund von Lieferverzögerungen bei Boeing gekürzt hatte.
Ryanair ist einer der größten Kunden von Boeing und leidet wie andere Airlines unter den Lieferschwierigkeiten des US-Flugzeugbauers. Ryanair erwartet vom US-Konzern, dass dieser die vereinbarten Preise für laufende Flugzeugbestellungen einhält, auch wenn die EU im Handelsstreit mit den USA Zölle erhebt. „Sollten unsere Preise steigen, müssten wir uns das Recht vorbehalten, die Bestellung zu verschieben, zu stornieren oder anderweitig einzukaufen“, sagte Ryanair-Finanzvorstand Sorahan Reuters.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 zeigte sich der Chef der Ryanair-Gruppe, Michael O'Leary, zuversichtlich. „Wir sehen eine robuste Nachfrage nach Reisen im Sommer 2025 in unserem gesamten Netzwerk.“
Die Buchungen lägen derzeit rund ein Prozent über dem Vorjahr. O'Leary sagte, er erwarte im neuen Geschäftsjahr 206 Millionen Fluggäste. Auch sollten die Ticketpreise leicht anziehen. Hier könnte es für das bis Juni laufende Quartal - vor allem wegen des späten Osterfestes im April - ein Plus von grob 15 bis knapp 20 Prozent geben.
Im vergangenen Jahr waren die Ticketpreise um sieben Prozent gesunken. „Wir freuen uns, dass wir den Großteil dieser sieben Prozent wieder aufholen werden, wenn auch nicht vollständig“, sagte Finanzvorstand Sorahan. Auch wegen der aktuell soliden Nachfrage lag die Ryanair-Aktie am Montag deutlich im Plus.
