SZ-Wirtschaftsgipfel:Die Rüstungsindustrie ist plötzlich salonfähig

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Zu Beginn des Krieges sei Russland der Ukraine vor allem wegen der vielen Hardware überlegen gewesen, Panzer etwa. (Foto: Illustration: Stefan Dimitrov)

Es gab Zeiten, da wollten die Menschen Frieden ohne Waffen schaffen. Seit Russland die Ukraine überfallen hat, können es nicht genug davon sein. Über einen bemerkenswerten Stimmungswandel.

Von Thomas Fromm, Berlin

Nicht nur die Rhetorik hat sich ziemlich verändert seit jenem "Berliner Appell" des Jahres 1982. Angesichts der durchaus realen apokalyptischen Vernichtungsszenarien durch die Stationierung von Atomwaffen in Europa lautete die Forderung damals noch: Frieden schaffen, aber bitte schön ohne Waffen. Fast vier Jahrzehnte später bezeichnete der Chef des Rüstungselektronik-Herstellers Hensoldt, Thomas Müller, sein Unternehmen dann als "Porsche der Verteidigungsindustrie". Vom Frieden-schaffen-ohne-Waffen war man da schon ziemlich weit entfernt, jetzt ging es auf einmal darum, mit möglichst raffinierter und hochentwickelter Sensoren-, Radar- und Laser-Technologie immer ein Stück weit schneller als der militärische Gegner zu sein. Die Kriegsführung des 21. Jahrhunderts als 911er-Cruise, oder auch: Frieden schaffen mit immer besseren intelligenteren und schnelleren Waffen.

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