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Rüstungsfirma Kraus-Maffei Wegmann:Wie sind Macht und Einfluss in der Firma verteilt?

Frank Haun wurde der erste familienfremde Manager an der Firmenspitze. Da wirkte es wie "friendly fire", wie Geschosse aus den eigenen Reihen, als Mitgesellschafter Braunbehrens nun das Panzergeschäft aufspießte. Seitdem fragen sich viele in der Rüstungsbranche, wie Macht und Einfluss beim Panzerbauer verteilt sind. Wie die Gefechtslage verläuft zwischen aktiven Gesellschaftern sowie den stillen Kapitalgebern und Kommanditisten, die kein Stimmrecht haben. Kurz: Ob es Streit gibt unter den Eigentümern über den künftigen Kurs. In der Branche erzählt man sich, die meisten Familienmitglieder hätten bisher kaum Interesse an der Firma gezeigt. "Sie haben sich aus allen operativen Angelegenheiten rausgehalten und still ihre jährliche Ausschüttung kassiert", erzählt ein Insider.

Die Frage ist, ob die Familie wieder Eintracht herstellt

Bei Krauss-Maffei Wegemann ist der Eigentümerkreis besonders bunt: Schauspieler, Ärzte, Lehrer, Landwirte sind darunter. Dass Burkhart von Braunbehrens, 71, in die Offensive geht, hat viele überrascht. Manche sehen einen Zusammenhang mit einer Aktion der Künstlerinitiative Zentrum für Politische Schönheit. Sie will den Deal mit den Saudis verhindern - und setzte eine Prämie von 25 000 Euro für Hinweise aus, die die Eigentümer von Krauss-Maffei Wegmann ins Gefängnis bringen. "Von Braunbehrens hat Angst bekommen, als er sein Konterfei auf der Homepage der Panzergegner gesehen hat", so ein Beobachter.

Die Frage ist, ob die Familie wieder Eintracht herstellt. Oder ob sie anfällig wird für einen Verkauf oder Teilverkauf. Auf eine große Fusion, auf eine Deutsche Panzer AG, hat es der Chef des großen deutschen Rivalen Rheinmetall schon lange abgesehen. Vom "nationalen Champion" träumt Vorstandschef Klaus Eberhardt, 64, doch bald geht er in Rente. Er hätte den Kampf mit den Branchenriesen in USA und England gerne zusammen mit Krauss-Maffei Wegmann aufgenommen. Der Rivale ist zwar mit zuletzt 936 Millionen Euro Umsatz deutlich kleiner als Rheinmetall, aber er ist bei Panzern und gepanzerten Fahrzeugen weltweit die Nummer drei. Doch Manfred Bode, der Patron, lehnte kategorisch ab.

Er persönlich hätte nichts dagegen, wenn seine Familie die Anteile an Krauss-Maffei Wegmann verlaufen würde, bekannte Rebell Braunbehrens. Seinen Platz im Gesellschafterausschuss, den Manfred Bode leitet, ist Braunbehrens wohl los. Der Clan duldet keinen Störenfried. Da ist er stur wie ein Panzer.