Rohstoffe und Devisen Ölpreise ziehen an

Die Anleger befürchten einen Angebotsengpass bei Rohöl. Grund sind die jüngsten Sanktionen der USA gegen Venezuela.

Aus Furcht vor einem Angebotsengpass haben sich die Anleger am Mittwoch weiter mit Rohöl eingedeckt. Spekulationen auf eine Abkühlung der Weltwirtschaft bremsten den Preisanstieg allerdings. Die Sorte Brent aus der Nordsee und das US-Öl WTI verteuerten sich um 1,2 beziehungsweise 2,4 Prozent auf 62,37 und 54,58 Dollar je Barrel. Auslöser der aktuellen Ölpreis-Rally sind die jüngsten US-Sanktionen gegen Venezuela. In dem ölreichen südamerikanischen Land tobt ein Machtkampf zwischen Präsident Nicolas Maduro und seinem Herausforderer Juan Guaido. "Bislang beeinträchtigen die Sanktionen vor allem die Raffinerien an der US-Golfküste", sagte Rohstoff-Expertin Vandana Hari von der Beratungsfirma Vanda Insights. Diese müssten sich das benötigte schwefelhaltige Rohöl aus anderen Quellen besorgen und orderten nun verstärkt in Kanada. Durch die Strafmaßnahmen fallen US-Lieferungen des staatlichen venezolanischen Ölkonzerns PDVSA im Volumen von etwa einer halben Million Barrel pro Tag weg. Dieses Öl werde dem Weltmarkt allerdings nicht entzogen, sondern in andere Staaten umgeleitet, sagte Analystin Paola Rodriguez-Masiu von der Beratungsfirma Rystad. China und Indien würden die Lieferungen voraussichtlich mit Preisabschlägen annehmen. Wegen der Wirtschaftskrise in Venezuela ist die Ölproduktion des Landes bereits vor den Sanktionen auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren gefallen. Unabhängig von der Venezuela-Thematik blickten Investoren gespannt auf die anstehenden Handelsgespräche zwischen den USA und China. "Beide Parteien stehen vor einem ,Jetzt-oder-nie'-Moment, um ihren Zollstreit beizulegen", sagte Stephen Brennock von PVM Oil Associates.

Am Devisenmarkt zog der Euro nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed leicht auf 1,1466 Dollar an. Die Fed hat ihren Leitzins nach der Januar-Sitzung ihres Offenmarktausschusses erwartungsgemäß nicht erhöht.