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Rohstoffe und Devisen:Ölpreise unter Druck

Die Unsicherheit darüber, ob Russland und Saudi-Arabien ihren Streit um Ölpreise und Marktanteile beilegen können, ist groß. Das drückt die Notierungen für Rohöl wieder nach unten. Der Goldpreis zieht hingegen kräftig an.

Die Verschiebung der mit großer Spannung erwarteten Krisenkonferenz zwischen dem Ölkartell Opec und Russland hat zu Wochenbeginn den Öl-Preisen zugesetzt. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich am Montag um knapp drei Prozent auf 33,15 Dollar je Barrel. US-Öl WTI gab um sieben Prozent auf 26,38 Dollar nach. "Die Unsicherheit ist nach wie vor sehr groß, ob Russland und Saudi-Arabien ihre Differenzen überbrücken können", sagte Analyst Michael Hewson von CMC Markets. Dies gelte unabhängig des von Russland gezeigten Optimismus. Am Öl-Markt gab es zuletzt heftige Schwankungen. Die Aussicht auf eine Einigung zwischen Russland und Saudi-Arabien in ihrem Ölpreiskrieg um Marktanteile hatte vergangene Woche den beiden Öl-Sorten Brent und WTI den größten Tagesgewinn ihrer Geschichte beschert. Wie es am Wochenende aus Opec-Kreisen hieß, soll die für Montag geplante Videoschalte auf Mittwoch oder Donnerstag verschoben werden, weil beide Seiten mehr Zeit in den Verhandlungen bräuchten.

Der Goldpreis zog hingegen kräftig an. Die Notierung für eine Feinunze stieg wieder deutlich über die Marke von 1600 Dollar und wurde abends drei Prozent höher bei 1665 Dollar gehandelt. In den vergangenen Wochen hatten mehrfach Notverkäufe von Investoren im Zuge heftiger Börsenturbulenzen den Goldpreis belastet. Gold wird an den Finanzmärkten in der Regel als Krisenwährung geschätzt. Wegen der Notverkäufe konnte das Edelmetall aber bisher nur vergleichsweise wenig von der Corona-Krise profitieren. Auch umgerechnet in Euro gewann Gold deutlich an Wert. Die Notierung stieg ebenfalls um drei Prozent auf 1542 Euro und näherte sich dem Rekordhoch von 1561 Euro von Ende April.

Am Devisenmarkt gab der Euro im Verhältnis zum Dollar leicht nach. Die Gemeinschaftswährung rutschte am Montagabend unter die Marke von 1,08 auf 1,0793 Dollar.

© SZ vom 07.04.2020 / cikr, Reuters, dpa
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