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Rohstoffe und Devisen:Ölpreis steigt erneut

Offenbar behält die Opec ihren Kurs bei, weniger Rohöl zu fördern. Das treibt den Preis. Am Devisenmarkt verteuert sich das britische Pfund. Hier spekulieren Anleger auf die sinkende Wahrscheinlichkeit eines No-Deal-Brexit.

Nachlassende Spekulationen auf eine Lockerung der Förderbremse durch die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) hat auch am Mittwoch den Rohstoff verteuert. Der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee stieg um 1,7 Prozent auf 66,31 Dollar je Barrel, ein Fass der US-Sorte WTI kostete mit knapp 57 Dollar 2,6 Prozent mehr als am Vortag. Die Organisation beuge sich offenbar nicht dem Druck von US-Präsident Donald Trump, sagte Analyst Benjamin Lu vom Brokerhaus Phillip Futures. Dieser hatte die Opec bereits am Montag aufgefordert, die Produktion hochzufahren, um einen weiteren Anstieg des Ölpreises zu verhindern. Der saudi-arabische Energieminister Chalid al-Falih sagte am Mittwoch, die Opec und ihre Verbündeten setzten ihre Förderbremse umsichtig um und behielten die Stabilität des Rohstoffmarktes im Auge. Diese Antwort werde Trump nicht gefallen, sagte Analyst Tamas Varga vom Brokerhaus PVM. "Die Geschichte ist daher noch nicht zu Ende."

Am Devisenmarkt stieg die Notierung des Pfund Sterling erneut deutlich an. Nachdem die britische Premierministerin Theresa May den Weg für eine Verschiebung des EU-Austritts Großbritanniens freigemacht hatte, wird aus Sicht von Marktteilnehmern ein Brexit ohne Scheidungsvereinbarung etwas weniger wahrscheinlich. Die Analysten des Vermögensverwalters Columbia Threadneedle berechneten die Wahrscheinlichkeit eines "No-Deal"-Brexit mit nur noch fünf Prozent nach zuvor zehn bis 20 Prozent. Die britische Devise setzte ihren Erholungskurs fort und stieg um 0,8 Prozent auf 1,3349 Dollar und war damit so teuer wie seit Juli 2018 nicht mehr. Zum Euro stieg das Pfund Sterling ebenfalls um ein gutes halbes Prozent bis auf 1,1709 Euro.

Im Verhältnis zum Dollar gab die europäische Gemeinschaftswährung etwas nach. Ein Euro kostete am späten Abend 1,1370 Dollar nach 1,1385 Dollar am Dienstag.

© SZ vom 28.02.2019 / SZ, Reuters
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