Rohstoffe und Devisen Gold ist wieder gefragt

Nach den zum Teil starken Kursverlusten an den Aktien- und Rohölmärkten am Vortag setzen einige Anleger auf das als Anti-Krisenwährung gehandelte Edelmetall. Die Ölpreise zogen nach den Verlusten am Vortag wieder leicht an.

Das oft als Anti-Krisenwährung gehandelte Gold wird angesichts der jüngsten Talfahrt an den Aktienmärkten für Anleger interessanter. Zur Wochenmitte notierte die Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls mit 1230 Dollar um rund 0,7 Prozent höher. Gold könnte seinem Status als sicherer Hafen in nächster Zeit wieder gerecht werden, sagen Analysten. "Der Ausverkauf an den Aktienmärkten und der Preisrutsch beim Öl haben dem Goldpreis nach oben geholfen", so ING-Analyst Warren Patterson. Denn Anlegern bereiten unter anderem der Zollstreit zwischen den USA und China und der nahende Brexit Bauchschmerzen. "Italien und die EU dürften weiter auf Konfrontationskurs bleiben, was Gold ebenfalls unterstützen sollte", heißt es in einem Anlagebericht der Commerzbank. Zudem rechnen einige Marktteilnehmer mit einer schwächelnden Wachstumsdynamik in den USA. Sollten sich die US-Konjunkturdaten weiter eintrüben, dürften der Dollar abwerten und Gold profitieren, so die Commerzbank. Für weitere Dollar-Verluste spricht Analysten zufolge auch, dass die US-Notenbank nun zögerlicher bei den Leitzinserhöhungen vorgehen könnte. Ein billigerer Dollar macht das in der US-Devise notierte Gold für Anleger aus anderen Währungsräumen erschwinglicher. Der Dollar notierte am Mittwoch schwächer. Im Gegenzug stieg der Euro um 0,3 Prozent und kostete am Abend rund 1,14 Dollar.

Die Ölpreise konnten sich von ihren kräftigen Verlusten vom Vortag erholen. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 64,48 Dollar. Das waren 3,1 Prozent mehr als am Dienstag. Der Preis für US-Rohöl der Sorte WTI kletterte um 4,6 Prozent. Am Dienstag waren die Rohölpreise von der allgemein schlechten Stimmung an den Finanzmärkten erfasst worden und erheblich unter Druck geraten. In der Spitze hatten die beiden wichtigsten Erdölnotierungen rund sieben Prozent nachgegeben.