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Rohstoffe und Devisen:Gold nach Preisrutsch gefragt

Schnäppchenjäger sorgen am Freitag dafür, dass sich der Goldpreis stabilisiert. Am Devisenmarkt fällt der Eurokurs nicht mehr ganz so schnell wie in den vergangenen beiden Handelstagen.

Nach dem jüngsten Preisrutsch haben am Freitag Schnäppchenjäger wieder bei Gold zugegriffen. Das gern als Inflationsschutz genutzte Edelmetall verteuerte sich in der Spitze um 1,3 Prozent auf 1796 Dollar je Feinunze. Auch ein nicht mehr ganz so stark ansteigender Dollarkurs stoppte den Kursverlust. Der Goldpreis war in den vergangenen beiden Tagen um fast fünf Prozent eingebrochen, nachdem die US-Notenbank erste Signale einer vorzeitigen Zinswende gesendet und den Dollar damit deutlich nach oben getrieben hatte. Entsprechend hatte auch der Euro seit Mittwoch rund zwei US-Cent an Wert verloren. Zum Wochenschluss ging es für die Gemeinschaftswährung weiter nach unten - in einem deutlich gebremsten Tempo. Am Freitagnachmittag kostete ein Euro mit 1,1874 Dollar 0,3 Prozent weniger als am Vortag.

Die Aufwertung der US-Währung machte auch den Preisen an den Rohstoffmärkten zu schaffen. Die Ölnotierungen weiteten ihre deutlichen Abschläge vom Donnerstag aus. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich zeitweise um 0,6 Prozent auf 72,65 Dollar. Noch zur Wochenmitte hatten die Erdölpreise mehrjährige Höchststände erreicht. Seither lastet jedoch der stärkere Dollar auf den Preisen. Da Rohöl international in Dollar gehandelt wird, verteuert ein steigender Dollarkurs den Rohstoff für viele Interessenten außerhalb des Dollarraums und lastet auf deren Nachfrage.

Auch das Thema rund um das iranische Atomprogramm spielte eine Rolle bei den Händlern. Äußerungen des iranischen Vizeaußenministers Abbas Araghchi wurden am Markt als Hinweis auf eine nahende Einigung in der Streitfrage gedeutet. Am Freitag fanden in Iran Präsidentschaftswahlen statt, die genau beobachtet wurden. Vom Ausgang dürfte auch abhängen, ob der Iran auf weniger Sanktionen und damit mehr Ölexporte hoffen darf.

© SZ vom 19.06.2021 / SZ, Reuters, dpa
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