bedeckt München

Rohstoffe und Devisen:Euro erholt sich

Nach Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell zur US-Zinspolitik erholt sich der Euro von seinen Tagesverlusten. Investoren greifen bei der Kryptowährung Bitcoin nach den jüngsten Kursrückschlägen wieder zu.

Die Aussicht auf eine langfristig ultra-lockere US-Geldpolitik hat am Donnerstagabend dem Dollar zu schaffen gemacht. Im Gegenzug erholte sich der Euro von seinen Tagesverlusten und notierte mit 1,2162 Dollar nahezu unverändert. Dem US-Notenbankchef Jerome Powell zufolge ist mit Zinserhöhungen auf absehbare Zeit nicht zu rechnen. Belastend wirkte zeitweise die Veröffentlichung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Deutschland. Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft in eine der schwersten Rezessionen der Nachkriegszeit gestürzt. Das BIP brach im vergangenen Jahr um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein, wie das Statistische Bundesamt anhand einer ersten Schätzung mitteilte. Stärker war die Wirtschaftsleistung nur während der globalen Finanzkrise 2009 geschrumpft, als das BIP um 5,7 Prozent sank.

Unterdessen beschleunigte Bitcoin den Erholungskurs. Die Cyber-Devise stieg um gut fünf Prozent auf 39 401 Dollar, nachdem sie in den vorangegangenen Tagen von einem Rekordhoch bei knapp 42 000 Dollar auf rund 30 000 Dollar zurückgefallen war. "Investoren scheinen den herben Rücksetzer zum Einstieg zu nutzen", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Die Ölpreise drehten am Abend ins Plus. Zuvor hatte die anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen bei den Rohöl-Anlegern auf die Stimmung gedrückt und ließ sie einen drohenden Nachfragerückgang wegen verschärfter Pandemie-Beschränkungen befürchten. Der Preis für die US-Sorte WTI stieg um 1,3 Prozent auf 53,62 Dollar je Barrel. Die freiwillige zusätzliche Produktionskürzung Saudi-Arabiens stützte die Ölnotierungen.

Gewisse Sorgen bereitete Investoren die Regierungskrise in Italien. Einige Anleger trennten sich daher von italienischen Staatsanleihen. Dementsprechend stieg die Rendite der zehnjährigen Titel bis auf 0,63 Prozent.

© SZ vom 15.01.2021 / rih, Reuters
Zur SZ-Startseite