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Rohstoffe:Überangebot am Ölmarkt bleibt

Die Opec beschließt die Kürzung der Fördermengen, um die Preise zu stabilisieren. Viele Experten rechnen aber für 2020 mit einem Überangebot an Rohöl. Schuld daran sind die Rekord-Fördermengen der USA.

Die Ölpreise haben am Freitag an ihre Aufschläge vom Vortag angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Abend 65,15 Dollar. Das waren 1,5 Prozent mehr als am Vortag.D er Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI erhöhte sich auf 59,94 Dollar. Die Erdölpreise rangieren damit in der Nähe ihrer dreimonatigen Höchststände. Erneut hat das Ölkartell Opec die Förderungen gekürzt - damit sollte das Öl eigentlich teurer werden. Allerdings wird die Förderkürzung den weltweiten Ölmarkt nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) nicht ins Gleichgewicht bringen. Es sei vielmehr weiter mit einem Überangebot zu rechnen. Vor allem die Rekordförderung in den USA gilt als Ursache für das Überangebot. Das hohe Angebot hatte zur Folge, dass die Ölpreise im Jahr 2019 trotz geopolitischer Risiken und eines militärischen Angriffs auf die Ölindustrie in Saudi-Arabien kaum aus einer vergleichsweise engen Handelsspanne ausbrechen konnten. Vom US-Energieministerium werden dank der Fracking-Methode immer neue Höchstmengen gemeldet. Der jüngste Rekordstand wurde im Dezember erreicht, als zeitweise durchschnittlich 12,9 Millionen Barrel pro Tag an die Oberfläche gepumpt wurden. Darüber hinaus lastet eine vergleichsweise schwache Weltwirtschaft auf den Ölpreisen. Konjunkturexperten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnen für das Jahr 2020 mit einer Fortsetzung der eher flauen Konjunktur.

Während gute Gründe für eher sinkende Ölpreise sprechen, wird sich einer der Hauptakteure auf dem Ölmarkt auch 2020 mit aller Macht gegen einen Preisverfall stemmen: Saudi-Arabien. Nach Einschätzung der Rohstoffexpertin Dora Borbely von der Dekabank wird das Königreich auch im nächsten Jahr Druck ausüben. Die Opec werde die eigene Förderung wohl weiter drosseln müssen, um einen Angebotsüberschuss und damit einen Ölpreisverfall zu verhindern.

© SZ vom 14.12.2019 / amon, dpa
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