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Rohstoffe:Öl wird billiger

Mit Blick auf die angekündigten Iran-Sanktionen schließt Saudi-Arabien die Möglichkeit nicht aus, mehr Öl zu produzieren, um auf eventuelle Lieferengpässe zu reagieren. Gold ist bei vielen Anlegern als Anti-Krisenwährung gefragt.

Die Anleger am Rohölmarkt haben am Dienstag auf eine höhere Förderung Saudi-Arabiens gesetzt. Dies drückte den Preis für Nordsee-Öl der Sorte Brent um gut vier Prozent auf ein Acht-Wochen-Tief von 77,44 Dollar je Barrel (159 Liter). US- Leichtöl WTI verbilligte sich um 4,5 Prozent auf 66,24 Dollar. Der saudi-arabische Energieminister Khalid al-Falih schloss bei einer Konferenz in Riad die Möglichkeit nicht aus, dass Saudi-Arabien künftig täglich ein bis zwei Millionen Fässer mehr als zur Zeit fördern könnte. "Wir werden entscheiden, ob es irgendwelche Lieferengpässe gibt - besonders mit Blick auf die angekündigten Iran-Sanktionen." Seinem Land liege derzeit alles daran, den Wünschen der Kunden zu entsprechen, fügte al-Falih hinzu. Zuletzt hatten Spekulationen, Saudi-Arabien könnte auf US-Sanktionen gegen die Regierung in Riad im Zusammenhang mit dem Tod des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi mit einer Senkung der Fördermengen reagieren, die Brent-Preise deutlich über 80 Dollar getrieben. Zudem fürchteten Anleger Versorgungsengpässe durch den Wegfall iranischer Öl-Lieferungen. Die US-Sanktionen gegen Teheran sollen ab dem 4. November gelten. Schon jetzt ist die iranische Ölförderung gesunken. Der Chef des saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco, Amin Nasser, erläuterte, das Land brauche nur drei Monate, um die Produktion auf die Höchstkapazität von zwölf Millionen Barrel täglich zu steigern - falls nötig.

Die Ablehnung des neuen italienischen Haushalts durch die EU-Kommission setzte die Anleihen des Landes unter Verkaufsdruck. Im Gegenzug stieg die Rendite der zehnjährigen Titel auf 3,576 Prozent, nach 3,477 Prozent am Vortag.

Wegen der vielfältigen politischen und wirtschaftlichen Risiken deckten sich Anleger mit der "Anti-Krisenwährung" Gold ein. Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls stieg um 0,8 Prozent auf 1230 Dollar.

© SZ vom 24.10.2018 / rih, Reuters
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