Anders als die Kriege in der Ukraine und in Gaza erregt der Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo kaum öffentliche Aufmerksamkeit. Dabei beeinträchtigt und verschmutzt dieser Krieg die internationalen Lieferketten für Rohstoffe mehr als jemals zuvor in seiner 30-jährigen Geschichte. Zu dieser Erkenntnis kommen die politischen Experten, die Kongo im Auftrag des UN-Sicherheitsrats beobachten. Der Osten des Landes, auch dort, wo das Nachbarland Ruanda liegt, ist von andauernder Gewalt rivalisierender Rebellengruppen geprägt, Bodenschätze spielen eine große Rolle und werden geplündert. „Der illegale Bergbau in den von der AFC/M23 kontrollierten Gebieten, der Schmuggel von nicht für den Handel zugelassenen Mineralien nach Ruanda, ihre Vermischung mit der ruandischen Produktion und die anschließende Ausfuhr an nachgelagerte Akteure erreichten ein noch nie dagewesenes Ausmaß“, schreiben die Experten. Der bisher unveröffentlichte Bericht liegt der SZ vor.
KongoWenn Rohstoffe die entscheidende Rolle spielen
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Der Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo beeinflusst internationale Rohstofflieferketten erheblich. Auch Ruanda ist zentral in diesem Krieg – das Land wird kaum sanktioniert.
Von Constantin Leclerc, Kinshasa
