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Rohstoffe, Devisen:Ölpreise steigen kräftig

Der Ölpreis profitiert von den Vermittlungsbemühungen von US-Präsident Donald Trump im Streit zwischen den beiden Förderländern Saudi-Arabien und Russland.

Die Hoffnung auf ein Ende des Preiskriegs zwischen Saudi-Arabien und Russland löste am Donnerstag eine Preisexplosion bei Rohöl aus. Die Sorte Brent verteuerte sich zeitweise um 47 Prozent auf 36,29 Dollar je Barrel.

Am Abend lag der Preis noch 21 Prozent höher bei 29,97 Dollar. Die Notierung für das US-Öl WTI stieg um 22 Prozent. US-Präsident Donald Trump bemüht sich um Vermittlung: er habe mit den Staatschefs der beiden Ölländer gesprochen und gehe davon aus, dass sie sich bald einigen dürften. Trump sagte, er werde am Freitag mit den Ölproduzenten zusammenkommen, weitere Treffen seien angedacht. "Der Markt hofft, dass diese US-Intervention uns einer Vereinbarung zwischen Saudi-Arabien und Russland über die Drosselung der Produktion näher bringt", sagte Analystin Margaret Yang vom Handelshaus CMC Markets. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin drängte zuletzt auf eine Lösung. Zum Wochenanfang waren die Preise auf den niedrigsten Stand seit mehr als 17 Jahren gefallen. Der weitgehende Stillstand der Weltwirtschaft wegen der Coronavirus-Krise drückt die Öl-Nachfrage. Dennoch dreht Saudi-Arabien den Ölhahn auf, nachdem sich das Königreich mit Russland nicht über preisstützende Förderkappungen einigen konnte.

Der Euro knüpfte an die Kursverluste vom Vortag an. Die am Nachmittag veröffentlichte und auf historische Höchstwerte gestiegene Anzahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe drückte den Euro deutlicher unter die Marke von 1,09 Dollar. Am Abend wurde die Gemeinschaftswährung 1,1 Prozent tiefer bei 1,0840 Dollar gehandelt.

Die Aussicht auf eine längere Krise in den USA belastete die chinesische Währung. Ein Dollar kostet zeitweise 7,13 Yuan und damit so viel wie seit fast einem halben Jahr nicht mehr. In China läuft zwar nach dem Coronavirus-Ausbruch die Produktion wieder hoch, doch fehlen Abnehmer, weil weltweit die Wirtschaft in Quarantäne ist.

© SZ vom 03.04.2020 / Reuters, dpa
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