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Rohstoffe, Devisen:Ölpreise steigen

In der Hoffnung auf eine Verlängerung der aktuellen Förderbeschränkungen durch die Opec+ decken sich Anleger mit Rohöl ein. Nach den kräftigen Gewinnen der türkischen Lira nehmen Anleger Gewinne mit.

Die Ölpreise haben am Montag erneut zugelegt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete mit 43,86 Dollar um 2,5 Prozent mehr. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um drei Prozent auf 41,32 Dollar. Auftrieb erhalten haben die Ölpreise zuletzt von der Hoffnung auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Eine relativ zeitnahe Versorgung der Bevölkerung würde der schwächelnden Rohölnachfrage zugute kommen. An diesem Dienstag trifft sich ein hochrangiges Gremium des Ölverbunds Opec+, um über die Einhaltung verabredeter Förderkürzungen zu wachen. Angesichts der angespannten Corona-Lage wird es für möglich gehalten, dass für Januar angepeilte Produktionsanhebungen zunächst ausgesetzt werden.

Die Sorge vor einem Ablaufen der Zeit bei den Brexit-Verhandlungen in Brüssel setzte dem Pfund Sterling zu. Die britische Währung fiel am Montag zeitweise um 0,2 Prozent auf 1,1118 Euro beziehungsweise auf 1,3165 Dollar. Ein hochrangiger EU-Berater sagte, es sei "vielleicht schon zu spät" für eine rechtzeitige Übereinkunft vor 2021. Der britische Premierminister Boris Johnson äußerte sich zuversichtlich, dass sein Land auch ohne ein Handelsabkommen mit der EU auskommen könne. Einige Analysten werteten zwar den Abgang von Johnsons einflussreichem Chefberater Dominic Cummings als eine positive Entwicklung, die zu einer größeren Kompromissbereitschaft Großbritanniens führen könne. Die Kernfragen blieben aber weitgehend ungelöst, so die Strategen der ING-Bank.

Nach der jüngsten Rally der türkischen Währung nahmen Anleger Gewinne mit. Dadurch verteuerte sich der Dollar um 0,5 Prozent auf 7,70 Lira. Für einen Euro mussten mit 9,13 Lira um 0,6 Prozent mehr bezahlt werden. In der vergangenen Woche hatte die Lira etwa zehn Prozent an Wert gewonnen, weil Investoren darauf wetteten, dass die türkische Zentralbank den Leitzins am Donnerstag auf 15 von 10,25 Prozent anheben wird.

© SZ vom 17.11.2020 / rih, Reuters
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