Rohstoffe, Devisen:Ölpreise geben nach

Nach enttäuschenden chinesischen Konjunkturdaten verbilligen sich die Ölpreise. Bei Kupfer hingegen greifen Anleger zu. Sie setzen auf ein knapperes Angebot des Rohstoffs wegen eines Streiks chilenischer Bergarbeiter.

rih, Reuters, dpa

Nach enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben die Ölpreise am Montag nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete mit 74,63 Dollar um ein Prozent weniger. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 1,2 Prozent auf 73,06 Dollar. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hat sich die Stimmung von Einkaufsmanagern in der Industrie unerwartet stark eingetrübt. Ein vom Wirtschaftsmagazin Caixin veröffentlichter Indexwert fiel im Juli zum Vormonat um einen Punkt auf 50,3 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit dem Frühjahr 2020. China zählt zu den wichtigsten Öl-Importeuren. Eine trübere Stimmung in der Wirtschaft könnte ein Hinweis auf weniger Wachstum und damit auf eine schwächere Nachfrage in China sein. Darüber hinaus spielte auch die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Teilen Asiens eine Rolle und damit die Sorge vor Einschränkungen der Mobilität.

Kupfer-Anleger spekulierten dagegen darauf, dass die Regierung in Peking mit zusätzlichen Investitionen gegensteuern werde, sagte Gianclaudio Torlizzi, Partner der Beratungsfirma T-Commodity. Andere Börsianer verwiesen auf mögliche Liefer-Ausfälle, nachdem die chilenische Bergarbeitergewerkschaft im Tarifstreit bei der weltgrößten Mine Escondida sich für einen Streik ausgesprochen hatte. Kupfer verteuerte sich in der Spitze um ein Prozent auf 9810 Dollar je Tonne.

Gute Konjunkturdaten aus der Eurozone stützten den Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung legte leicht zu und notierte am Nachmittag bei 1,1878 Dollar. So fiel zwar der Einkaufsmanagerindex im Juli um 0,6 um auf 62,8 Punkte. Das Barometer hielt sich aber klar über der Wachstumsschwelle von 50. "Die Tatsache, dass sich das Wachstum nach dem Rekord im zweiten Quartal 2021 leicht abgekühlt hat, sollte an sich noch kein Grund zur Sorge sein", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

© SZ vom 03.08.2021 / rih, Reuters, dpa
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