Süddeutsche Zeitung

Rohstoffe, Devisen:Ölpreise auf Berg- und Talfahrt

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Anleger befürchten ein Überangebot des Rohstoffs. Am Abend greifen sie bei dem Rohstoff jedoch wieder zu. Die türkische Lira steht erneut unter Druck.

Die Ölpreise haben am Donnerstag stark geschwankt. Nach anfänglichen Gewinnen schickte die Aussicht auf ein Überangebot die Preise deutlich ins Minus. Die Ölexportstaaten der Opec plus wollen weiterhin die Förderquoten im Januar um weitere 400 000 Barrel pro Tag erhöhen. Börsianer hatten auf eine Pause spekuliert. Am Abend erholten sich die Preise wieder. Die Notierung für amerikanisches Leichtöl WTI lag zuletzt 1,8 Prozent höher bei 70,14 Dollar.

Der Druck auf die türkische Lira hält an. Für einen Dollar mussten bis zu 13,82 Lira bezahlt werden. Damit lag die türkische Währung nahe ihres kürzlich erreichten Rekordtiefs. Ein Euro verteuerte sich um 2,9 Prozent auf 15,46 Lira. Auf Jahressicht verlor die Lira somit gut 40 Prozent. Für Verunsicherung bei den Investoren sorgte, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Finanzminister austauscht. Das Amt soll künftig der stellvertretende Finanzminister Nureddin Nebati einnehmen. Finanzminister Lütfi Elvan reichte seinen Rücktritt ein. Er hatte den Posten nur etwa ein Jahr inne. Die Lira war in den vergangenen Tagen nach umstrittenen Äußerungen Erdoğans zu Zinsen und dem Eingreifen der Zentralbank auf Berg- und Talfahrt gegangen.

Die ungarische Zentralbank erhöhte zum fünften Mal innerhalb von weniger als drei Wochen den Einlagenzins und unterstützte damit die Landeswährung Forint. Der Zins für einwöchige Einlagen von Kreditinstituten bei der Notenbank stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Insgesamt steigerten sie den Einlagensatz damit in den vergangenen Wochen um 1,3 Prozentpunkte. Damit wollen die Notenbanker die steigende Inflation bekämpfen. Anleger gewannen Vertrauen und deckten sich mit Forint ein. Der Euro verbilligte sich im Gegenzug um 0,2 Prozent bis auf 361 Forint. Ende November hatte ein Euro mit 372 Forint noch so viel gekostet wie noch nie.

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SZ vom 03.12.2021 / rih, Reuters, dpa
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