Süddeutsche Zeitung

Rohstoffe, Devisen, Anleihen:Evergrande belastet Rohstoffpreise

Die Krise des zweitgrößten chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande belastet unter anderem den Preis des Industriemetalls Kupfer.

Die Furcht vor einer Zahlungsunfähigkeit des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande hat sich am Montag auch am Rohstoffmarkt widergespiegelt. Eine Rettungsaktion für den hoch verschuldeten Konzern durch die Regierung in Peking halten Experten für unwahrscheinlich. So gab der Kupferpreis mit einem Minus von bis zu knapp drei Prozent auf 9053 Dollar je Tonne nach. "Bei einem Kollaps von Evergrande würden zahlreiche Immobilienprojekte gekippt", sagte Rohstoff-Experte Malcolm Freeman vom Brokerhaus Kingdom Futures. Dies würde die Nachfrage nach Industriemetallen signifikant dämpfen. Kupfer wird unter anderem für Stromkabel und Wasserrohre verwendet.

Auch der Ölpreis beschleunigte seine Talfahrt. US-Leichtöl WTI verbilligte sich um 1,5 Prozent auf 70,92 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Erdöl-Förderung im Golf von Mexiko komme nach dem Wirbelsturm Ida wieder in Fahrt, sagt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Die Furcht vor einem Kollaps von Evergrande treibe Anleger in den "sicheren Hafen" US-Währung. Die Aufwertung des Dollar macht Rohstoffe für Investoren außerhalb der USA unattraktiver.

Der Euro gab dementsprechend nach. Die Gemeinschaftswährung kostete mit 1,1715 Dollar 0,1 Prozent weniger. Zudem setzten Devisenanleger auf eine Straffung der US-Geldpolitik. Am Mittwoch gibt die US-Notenbank die Ergebnisse ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt. Im Sog der Kursverluste an den Aktienmärkten verloren auch die beiden wichtigsten Kryptowährungen deutlich. Der Bitcoin verlor um mehr als sieben Prozent auf 43 768 Dollar, Ethereum sackte um knapp zehn Prozent auf 3044 Dollar ab.

Neben dem Dollar waren auch Anleihen als Zuflucht bei den Anlegern gesucht. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel aus Deutschland und den USA auf minus 0,333 beziehungsweise plus 1,333 Prozent.

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Quelle:
SZ vom 21.09.2021 / rih, Reuters, dpa
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