Süddeutsche Zeitung

Rohstoffe, Anleihen, Devisen:Ölpreis gibt weiter nach

Rezessionsängste sind an nahezu allen Märkten gegenwärtig. Sie belasten die Rohölnotierungen. Anleger von Staatsanleihen und Gold reagieren ebenfalls.

Die zunehmende Rezessionsangst und ein überraschendes Plus bei den US-Lagerbeständen haben die Preise für Rohöl am Donnerstag den zweiten Tag in Folge nach unten gedrückt. Ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um knapp zwei Prozent auf 58,32 Dollar. "Der Ölmarkt ist zu einem Rezessionsfurcht-Barometer geworden", sagte Norbert Rücker, Experte bei der Schweizer Bank Julius Baer. Der nordamerikanische Markt bleibe allerdings gut versorgt mit Lagerbeständen, die deutlich über dem historischen Durchschnitt lägen. Dank der Förderkürzungen der Mitgliedsstaaten des Ölkartells Opec liegt der Brent-Preis aber seit Jahresauftakt immer noch zehn Prozent im Plus.

Für Unsicherheit sorgte weiterhin die inverse Zinskurve in den USA: Dort liegt die Rendite der zweijährigen Papiere über der der zehnjährigen Anleihen. Das gilt am Markt als Rezessionssignal. Üblicherweise ist die Rendite einer länger laufenden Anleihe höher als bei einem kürzer laufenden Papier. Allerdings dauere es meist ein bis zwei Jahre, bevor die Wirtschaft in eine Rezession rutsche. Einige Analysten warnten davor, nun in Panik zu geraten.

Auch der weiter anziehende Goldpreis zeigte an, dass ein globaler Wirtschaftsabschwung und die Flucht in sichere Häfen längst begonnen hat. Mit 1522 Dollar kostete eine Feinunze des Edelmetalls 0,4 Prozent mehr als am Vortag. Seit Jahresanfang ist der Preis um fast ein Fünftel gestiegen. Investoren hoffen nun auf ein Einschreiten der US-Notenbank.

Wegen der aufkeimenden Hoffnung, dass ein Brexit ohne Vertrag noch verhindert werden kann, verteuerte sich das Pfund Sterling um 0,8 Prozent auf 1,0906 Euro. Der Labour-Chef Jeremy Corbyn wirbt bei britischen Abgeordneten aller Fraktionen dafür, den Premierminister Boris Johnson zu stürzen und mit einer Übergangsregierung einen ungeordneten EU-Ausstieg Großbritanniens zu verhindern.

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Quelle:
SZ vom 16.08.2019 / SZ, Reuters
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