bedeckt München 17°
vgwortpixel

Rohöl, Devisen, Gold:Ölpreise steigen stark an

Öl ist wegen der Drohnenangriffe auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien deutlich teurer geworden. Die "Antikrisen-Währung" Gold ist bei Anlegern gefragt.

Die Ölpreise sind wegen der Drohnenangriffe auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien kräftig gestiegen. In den ersten Handelsminuten legten die Ölpreise am Montag bis zu 20 Prozent zu. Nachdem mehrere Länder angekündigt hatten, strategische Reserven freizugeben kamen die Notierungen von ihren Tageshochs zurück. Am Abend kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent und US-Öl WTI mit 68,06 beziehungsweise 61,95 Dollar um jeweils 13 Prozent mehr. In der Spitze waren die Preise auf den höchsten Stand seit mehreren Monaten gestiegen. Die Produktion in zwei saudischen Ölförderanlagen musste nach Drohnenangriffen gedrosselt werden. Der Ausfall betrifft etwa fünf Prozent des weltweiten Ölangebots. Wie stark die Erdölpreise auf den Drohnenangriff reagieren werden, hängt nach Einschätzung der Experten von Goldman Sachs vor allem von der Dauer des Ausfalls ab. Der Produktionsausfall von etwa der Hälfte der saudischen Tagesproduktion sei jedenfalls "eine historisch große Störung", heißt es in einer Studie der US-Bank. Ein dauerhafter starker Anstieg der Ölpreis ist aus Sicht des Bankhauses Berenberg unwahrscheinlich. Kurzfristige Produktionsausfälle könnten wohl durch das Anzapfen strategischer Ölreserven ausgeglichen werden. Hinzu komme, dass das Angebot an Rohöl heute flexibler sei als früher, nicht zuletzt aufgrund der stark gestiegenen Förderung in den USA.

Die Ölpreisrally gab auch den Währungen von Exportstaaten wie Kanada, Norwegen oder Russland Auftrieb. Dort verbilligte sich der Dollar zeitweise um jeweils rund ein Prozent auf 1,32 kanadische Dollar, 8,92 norwegische Kronen und 63,65 Rubel. Währungen von Staaten, deren Wirtschaft stark von Energieimporten abhängt, gerieten unter Verkaufsdruck. Der Euro gab um 0,6 Prozent auf 1,1007 Dollar nach.

Die "Antikrisen-Währung" Gold verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1498 Dollar je Feinunze.