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Rocket Factory:Raketentests in Schweden

Das Wettrennen der drei deutschen Raketen-Start-ups geht weiter: Während die Gründer von Hyimpulse kürzlich erstmals ihr Triebwerk in Lampoldshausen bei Heilbronn getestet haben, hat die OHB-Tochter Rocket Factory Augsburg (RFA) ihren Prüfstand auf einem neuen Testfeld in Esrange in Nordschweden in Betrieb genommen. Dort will RFA noch in diesem Jahr mit den ersten Triebwerkstests beginnen. Esrange wird sonst vor allem für Höhenforschungsraketen genutzt. Dass bei der Einweihung zwei schwedische Minister anwesend waren, zeigt den Stellenwert des neuen Testfeldes, auf dem auch Isar Aerospace unabhängig von RFA einen Versuchsstand aufbaut. "Wir freuen uns auf viele Jahre Zusammenarbeit, um gemeinsam europäische Raumfahrttechnologie der nächsten Generation zu entwickeln", sagte Esrange-Chef Lennart Poromaa. Die Münchner Gründer von Isar Aerospace haben derweil bekannt gegeben, ihre Kleinrakete am Startplatz der europäischen Trägerrakete Ariane in Kourou/Französisch-Guayana ins All schießen zu wollen. Dies sei "der einzige aktive Startplatz für orbitale Trägerraketen in Europa, aus dem alle Erdumlaufbahnen erreicht werden können", sagt Isar-Aerospace Daniel Metzler. Der Startplatz biete "perfekte Voraussetzungen für unsere Mission, Europa einen unabhängigen und kostengünstigen Zugang zum Weltraum zu ermöglichen". Gleichzeitig hat das Start-up Alexandre Dalloneau als Missionschef gewonnen. Er verantwortete zuvor acht Jahre lang bei Arianespace mehrere Ariane- und Vega-Missionen. Alle drei Unternehmen wollen ihre Raketen erstmals 2021/22 starten.

© SZ vom 16.10.2020 / ds
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