Die Konzentration ist ihr anzusehen: „Wie lautet der Befehl?“, fragt Cordelia Schmid ihren Doktoranden Paul. „Lege die Socken in die Schublade und schließe sie“, antwortet er. Die beiden beugen sich über einen schwarzen Paravent, hinter dem ein türkiser kleiner Roboter auf einem Tisch steht. Neben ihm ein kleiner Schrank mit drei Schubladen und davor: eine Dose Fruchtcocktail, ein Würfel und ein zusammengelegtes Paar Socken. Cordelia Schmid starrt auf die Anordnung, Paul ist sichtlich nervös, hat die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Langsam setzt sich der Greifarm des Roboters in Bewegung, wählt zielgerichtet die Socken aus, nimmt sie, legt sie in die Schublade und stupst diese mit einer sanften Bewegung zu.
Künstliche IntelligenzSie bringt Robotern das Sehen bei
Lesezeit: 4 Min.

Die deutsche Informatikerin Cordelia Schmid hat bahnbrechende Verfahren für autonome Fahrzeuge und Roboter entwickelte. Besuch bei einer Pionierin.
Von Alexandra Föderl-Schmid, Paris
