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Altersvorsorge:Stiftung Warentest: "Ganz ordentliche Rendite auf Riester-Beiträge"

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hält trotz aller Kritik an Riester fest, sieht aber Reformbedarf. Mit dem Rentenpaket, das Nahles im November vorstellen wird, will sie die Förderung aufbohren. Für Sozialhilfeempfänger führt sie neue Sparanreize ein. Freibeträge sollen verhindern, dass die Riester-Rente voll auf staatliche Leistungen im Alter angerechnet wird, wie bisher der Fall. Zudem plant Nahles mehr Standardangebote und eine stärkere Produktregulierung.

Aus Sicht der Sparer ist die Vorsorge wegen der Zulagen durchaus lukrativ. "Mit einem guten Vertrag erzielen Riester-Sparer dank staatlicher Förderung eine ganz ordentliche Rendite auf ihre eingezahlten Riester-Beiträge", urteilt die Stiftung Warentest. Die Rendite sei oft höher als bei vergleichbaren Produkten ohne Förderung.

Aus Sicht der Sparer ist die Vorsorge wegen der Zulagen durchaus lukrativ

"Riester gibt den Menschen die Chance, das zu kompensieren, was durch die Rentenreform an Einschnitten kam", sagt auch Roland Weber, Vorstandsmitglied beim Versicherer Debeka. Vor allem Geringverdiener hätten durch Riester die Möglichkeit, eine zusätzliche Altersvorsorge aufzubauen, die sie sich sonst vielleicht nicht leisten könnten. Die Debeka hat rund 830 000 Riester-Verträge im Bestand, das Prämienvolumen lag 2015 bei 400 Millionen Euro.

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Am meisten rentiert sich die geförderte Altersvorsorge für Familien mit Kindern. Die Rendite liege bei Riester-Sparern ohne Kinder zwischen drei und fünf Prozent, sagt Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Sobald Kinder da sind, seien bis zu sieben Prozent Rendite möglich. Bei der Riester-Vorsorge erhält der Sparer eine jährliche Grundzulage von 154 Euro. Für jedes Kind, das bis Ende 2007 geboren wurde, gibt es zusätzlich 185 Euro, für Kinder, die später geboren sind, 300 Euro.

Verbraucherschützer empfehlen unabhängige Beratung

"Gute Riester-Produkte sind Bank- und Fondssparpläne", sagt Becker-Eiselen. "Mit Fondssparplänen kann eine höhere Rendite erwirtschaftet werden, sie weisen aber durch die Depot- und Fondskosten eine erhöhte Kostenstruktur auf." Bei geringen Prämien lohne sich ein Fondssparplan daher eher nicht.

Verbraucherschützer Kleinlein ist im Grunde gegen Riester, sieht aber ein, dass sie für viele doch attraktiv sein kann. "Wer riestern will, sollte einen unabhängigen Berater um Hilfe bitten", ist deshalb sein Rat. Das können unabhängige Versicherungsberater sein, Verbraucherzentralen, Kleinleins BdV oder unabhängige Verbraucherportale wie Ökotest, die Stiftung Warentest und das Verbraucherportal Finanztip.

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