RüstungRheinmetall will Umsatz verfünffachen

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Rheinmetall hat angekündigt, ab 2027 insgesamt rund 1,5 Millionen Schuss Artilleriegranaten jährlich herstellen zu wollen.
Rheinmetall hat angekündigt, ab 2027 insgesamt rund 1,5 Millionen Schuss Artilleriegranaten jährlich herstellen zu wollen.
Wolf von Dewitz/Wolf von Dewitz/dpa

Der Konzern will seinen Umsatz bis 2030 auf rund 50 Milliarden Euro erhöhen. Dabei setzt der Konzern auch auf Bündnisse mit anderen Rüstungsfirmen.

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Die steigenden Rüstungsausgaben der Nato-Staaten sollen Rheinmetall auch in den nächsten fünf Jahren auf Rekordkurs halten. „Das Schöne ist, dass die Bundesregierung wirklich investieren will – und auch ganz Europa“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger am Dienstag bei einem Investorentag im neuen Werk Unterlüß. Die Düsseldorfer Rüstungsschmiede steckte sich deshalb neue mittelfristige Ziele. Der Konzern will seinen Umsatz bis 2030 auch dank der neuen Marine-Sparte auf rund 50 Milliarden Euro verfünffachen im Vergleich zu 2024. Die operative Marge soll dann bei über 20 Prozent liegen, nach 15,2 Prozent im vergangenen Jahr.

Der Dax-Konzern hat dabei auch Zukäufe im Blick. So hatte Konzernchef Papperger jüngst die Übernahme der Militärsparte der Bremer Lürssen-Werftengruppe angekündigt. Vom zivilen Geschäft mit der Autoindustrie will sich Rheinmetall dagegen verabschieden. Mit drei Investoren sei man dazu noch im Gespräch, sagte Papperger. Bis Weihnachten erwarte er eine Lösung, die im ersten Halbjahr 2026 finalisiert werden solle. Ohne das zivile Geschäft mit der kriselnden Autoindustrie, bei dem Umsatz und Gewinn einbrechen, werde Rheinmetall dann profitabler arbeiten, sagte Papperger. Im Geschäft rund um die Rüstung nähere sich die Marge bereits den angestrebten 20 Prozent. An der Börse kamen die Pläne gut an: Die Rheinmetall-Aktien legten am Vormittag gegen den Trend um mehr als drei Prozent zu und waren damit der größte Gewinner im Dax.

Papperger verordnete Rheinmetall zudem eine neue Struktur mit fünf Sparten, um das Wachstum stemmen zu können. Diese umfasst Kampffahrzeuge, Munition, Air Defence, Digitales und Marine. Die Marine-Sparte soll durch die Übernahme des militärischen Teils der Bremer Lürssen-Werft entstehen und 2030 rund fünf Milliarden Euro Umsatz erzielen. 13 bis 15 Milliarden Euro sollen dann aus dem Geschäft mit Kampffahrzeugen stammen, 14 bis 16 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Munition. Rheinmetall ist bereits der größte Munitionsproduzent Europas. Rund drei bis vier Milliarden Euro will Rheinmetall 2030 mit Air Defence – etwa gegen Drohnen – einfahren. Acht bis zehn Milliarden Euro sollen aus dem Geschäft mit der Digitalisierung kommen, das auch Satelliten umfasst. Papperger hofft, dass die neue Marine-Sparte Anfang 2026 steht. Die Kartellbehörden müssen noch grünes Licht für die Übernahme geben.

Mit neuen Fabriken in Europa will Rheinmetall die Munitionsproduktion nach oben treiben

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wird die westliche Rüstungsindustrie dringend für die Stärkung der Streitkräfte gebraucht. „Der Aggressor kommt aus Russland“, sagte Papperger. „Wir müssen uns vorbereiten.“ Vor allem die Länder an der Ostflanke der Nato wüssten, dass sie in ihre Sicherheit investieren müssten. Daran ist auch Rheinmetall beteiligt: In Litauen baut der Rüstungskonzern ein Munitionswerk für schwere Artillerie, ebenso in Rumänien und in Bulgarien zusammen mit einem lokalen Partner. Rheinmetall denkt auch über eine Drohnenfabrik im Baltikum nach.Rheinmetall eilt durch die steigenden Rüstungsausgaben von Rekord zu Rekord. Der Konzern setzt auch auf Bündnisse mit anderen Rüstungsfirmen, um den Boom bewältigen zu können. Gemeinsam mit dem italienischen Konzern Leonardo wollen die Düsseldorfer Panzer bauen. Zudem kooperiert Rheinmetall mit Lockheed Martin und baut mit dem US-Rüstungsriesen unter anderem Flugzeugteile im nordrhein-westfälischen Weeze. Der gemeinsame Bau von Raketen ist in Arbeit. Beim US-Drohnenspezialisten Auterion, mit dem der Konzern bereits kooperiert, ist Rheinmetall nun sogar direkt eingestiegen.

Mit den neuen Fabriken in Europa will Rheinmetall die Munitionsproduktion nach oben treiben. Der Konzern hatte angekündigt, ab 2027 insgesamt rund 1,5 Millionen Schuss Artilleriegranaten jährlich herstellen zu wollen. Ende August wurde ein neues Werk im niedersächsischen Unterlüß eröffnet, das bei voller Auslastung das größte Munitionswerk in Europa werden soll. „Mit den Projekten, die wir in der Pipeline haben, werden wir künftig in allen wichtigen Bereichen ein relevanter Akteur sein – zu Lande, zu Wasser, in der Luft und auch im Weltraum“, hatte Papperger gesagt.

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