Die steigende Nachfrage nach Rüstungsgütern hat Rheinmetall im zweiten Quartal einen Umsatz- und Gewinnsprung beschert. „Das Geschäft mit den Streitkräften in Deutschland und den Partnerstaaten in EU und Nato sowie auch die Hilfe für die Ukraine treiben die positive Geschäftsentwicklung weiterhin maßgeblich“, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
Der Umsatz kletterte - wie Rheinmetall bereits auf Grundlage vorläufiger Zahlen berichtet hatte - um 49 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 110 Prozent auf 270 Millionen Euro zu. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 79 Millionen Euro.
„So stark sind wir noch nie gewachsen“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Der Ausblick auf die zweite Hälfte des Jahres sei gut, die Ziele für 2024 werde man „mindestens“ erreichen. Geplant ist ein Umsatz von rund zehn Milliarden Euro und eine operative Gewinnmarge zwischen 14 und 15 Prozent.
Auch die mittelfristigen Aussichten seien gut, sagt Papperger. In den kommenden Jahren erwarte das Unternehmen stetige Umsatzzuwächse, pro Jahr in der Größenordnung von zwei Milliarden Euro. In einigen Jahren seien 20 Milliarden Euro Umsatz denkbar.
Der russische Überfall auf die Ukraine hat für die westliche Rüstungsindustrie die Wende gebracht. Die Branche wird dringend für die Stärkung der Truppen der Nato-Staaten gebraucht, zudem muss die Ukraine mit Munition versorgt werden, in Europa sind die Lager leer.
Rheinmetall ist einer der größten Munitionsproduzenten der Welt. Mit der Bundeswehr unterzeichnete Rheinmetall im Juni einen Rahmenvertrag, der die Lieferung von 155mm-Artilleriemunition im Wert von bis zu 8,5 Milliarden Euro umfasst. Auch in den USA steht ein Großauftrag an. Rheinmetall setzt auf den Zuschlag für die Entwicklung eines Nachfolgers des US-Schützenpanzers Bradley. Das Projekt könnte ein Volumen von mehr als 45 Milliarden US-Dollar haben.
Mit dem italienischen Rüstungsunternehmen Leonardo hat Rheinmetall ein Joint Venture zum Bau von Panzern gegründet. Den ersten Auftrag dafür erwartet das Unternehmen Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres. Auch bei diesem Projekt geht es nach Pappergers Angaben um 20 bis 25 Milliarden Euro.

