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Rettungsprogramm für Griechenland:Troika macht Weg frei für nächste Hilfszahlung an Athen

Die nächste Hilfstranche an Griechenland kann wohl im November ausgezahlt werden. Die Troika, Experten von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, hat sich mit Athen geeinigt. Jetzt müssen die Finanzminister noch zustimmen. Klar ist: Die Sparziele für 2011 kann Griechenland nicht erreichen.

Die internationalen Gläubiger Griechenlands haben die Auszahlung der nächsten Hilfstranche für Griechenland zugesagt.

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Griechenland

Troika genehmigt nächste Hilfszahlung

Gläubiger-Troika hält Auszahlung nächster Hilfstranche Anfang November für möglich.

Mit der Regierung in Athen sei eine Einigung erzielt worden, um das Wirtschaftsprogramm des hochverschuldeten Landes wieder auf Kurs zu bringen, teilte die Troika aus Europäischer Union (EU), Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) in Athen mit.

Die Zustimmung der Troika war Voraussetzung für eine weitere Hilfstranche von acht Milliarden Euro an Griechenland. Die zusätzlich getroffenen Maßnahmen der Regierung in Athen wurden als ausreichend für eine Fortführung des Rettungsprogramms bezeichnet.

Die Ziele für das Jahr 2011 seien jedoch "nicht mehr in Reichweite" und für 2013 bis 2014 seien zusätzliche Sparmaßnahmen nötig, teilten die Inspektoren von Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und EU-Kommission mit.

Die Auszahlung der nächsten Tranche aus den international zugesagten Hilfsgeldern werde voraussichtlich Anfang November erfolgen.

Vorher müssten allerdings noch die Euro-Finanzminister und der IWF den aktuellen Überprüfungsbericht billigen.

Das hochverschuldete Griechenland war im Mai 2010 durch ein Hilfspaket der EU und des IWF über insgesamt 110 Milliarden Euro vorerst gerettet worden. Daraus steht als Nächstes die Auszahlung der jetzt bewilligten acht Milliarden Euro an, die Athen braucht, um einen Staatsbankrott zu verhindern.

Zuvor hatte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker einen Schuldenschnitt für das hochverschuldete Griechenland nicht ausgeschlossen. Der Staatsbankrott eines Landes der Euro-Zone müsse mit "aller Gewalt verhindert werden", sagte der luxemburgische Ministerpräsident am Montagabend im österreichischen Fernsehsender ORF 2.

Zugleich mahnte er an, dass ein solcher Schuldenschnitt nicht ausreiche, um die derzeitige Euro-Krise in den Griff zu bekommen. Der Umgang mit der griechischen Schuldenkrise sei "nicht optimal" gelaufen, sagte Juncker weiter. Politische Entscheidungsträger hätten angesichts der Reaktion der globalen Finanzmärkte auf die Lage in Griechenland ihrerseits "nicht schnell genug" reagiert.

© sueddeutsche.de/dapd/dpa/AFP/mcs/segi
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