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Reserven der Bundesbank:Warum prüft die Bundesbank die Reserven nicht?

Warum prüft die Bundesbank die Reserven nicht?

In ihren Reaktionen gibt sich die Bundesbank (PDF hier) relativ schmallippig. Es gebe für die Lagerstellen Barrenlisten mit Nummern des aktuellen Bestandes. Diese Form der Bilanzierung entspreche den Usancen der großen Notenbanken und sei von Wirtschaftsprüfern immer wieder bestätigt worden.

Gerade im Bereich der Notenbanken spielt Vertrauen eine große Rolle. Offensichtlich fürchten die Banker, mit Kontrollen ihre langjährigen Partner zu düpieren. Die anderen Notenbanken seien von "einwandfreier und unzweifelhafter Integrität", schreibt die Bundesbank (PDF). Jegliche Zweifel würden "jeder Grundlage entbehren".

Nach der Rüge des Rechnungshofes will die Bundesbank nun 50 Tonnen Gold aus New York nach Frankfurt holen. Die Bestände sollen dort eingeschmolzen, auf ihre Qualität geprüft und dann in neue Barren gegossen werden.

Was ist an den Vorwürfen der Skeptiker dran?

Seit einigen Jahren fasst die Bundesbank in ihrer Bilanz "Gold und Goldforderungen" in einem Posten zusammen. Einige Kritiker sehen darin den Beleg, dass die Bundesbank das Gold physisch gar nicht mehr besitze - sondern nur noch in Form von Schuldverschreibungen.

Die Bundesbank bestreitet das: Die Barren würden nach wie vor physisch in den Safes der Partnerbanken existieren. Die Änderung der Formulierung in der Bilanz habe lediglich mit den Rechnungslegungsgrundsätzen der Europäischen Zentralbank zu tun. Der neue Bilanzposten sei mit dem alten Bilanzposten "Gold" identisch.

Einige Kritiker sagen, dass Deutschland sich verpflichtet habe, die Goldreserven niemals aus den USA abzuziehen. Stimmt das?

Fakt ist, dass Frankreich im Gegensatz zu Deutschland zu Zeiten des Bretton-Woods-Abkommen seine Goldreserven nicht in New York belassen, sondern nach Paris geholt hat. Er wolle das Gold Frankreichs nicht "dem Zugriff einer fremden Macht preisgeben", soll Frankreichs Präsident Charles de Gaulle damals gesagt haben.

Der damalige Bundesbankpräsident Karl Blessing (der Großvater des heutigen Commerzbank-Chefs) schrieb dagegen einen Brief an seinen amerikanischen Kollegen: Die Bundesbank plane nicht, die Goldreserven abzuziehen. Jahre später bestätigte er in einem Interview mit dem Spiegel, dass dieses Versprechen auf Druck der USA erfolgt sei. Das Versprechen aus dem Brief als Verpflichtung für alle Zeiten abzuleiten, klingt allerdings eher nach Verschwörungstheorie.

Warum holt Deutschland die Goldreserven dann nicht einfach jetzt zurück?

Aus den dürren Äußerungen der Notenbanker sind zwei Argumente zu hören, warum das Gold im Ausland bleibt: Zum einen sei es betriebswirtschaftlich sinnvoll, das Gold direkt an den Orten der großen Handelsplätze zu lagern. Zum anderen sei es zu teuer, das Gold nach Deutschland zu transportieren.

Darüber hinaus dürften sich die Verantwortlichen aber auch Gedanken darüber machen, wie ein Zurückholen der Goldreserven in Zeiten der Eurokrise gedeutet werden könnte: Als Vorbereitungsschritt eines möglichen Euroaustritts Deutschlands beispielsweise. Man kann davon ausgehen, dass die Verantwortlichen diesen Eindruck unbedingt vermeiden wollen, um keine Panik an den Finanzmärkten auszulösen.

© Süddeutsche.de/gba
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