MeinungSozialsystemeFür eine Rentenreform braucht es den Mut, sich unbeliebt zu machen

Kommentar von Simon Groß

Lesezeit: 2 Min.

Unabhängig davon, wie man die Politik des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder heute bewertet, eines kann man ihm nicht absprechen: den Mut, sich unbeliebt zu machen.
Unabhängig davon, wie man die Politik des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder heute bewertet, eines kann man ihm nicht absprechen: den Mut, sich unbeliebt zu machen. imago/momentphoto/Killig

Alles soll so bleiben, wie es ist, plus Mütterrente – so lassen sich die Regierungspläne zur Rente zusammenfassen. Für die Jungen ist das frustrierend, sie müssen einen Großteil der Kosten übernehmen.

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Mut kann gefährlich sein. Wer wüsste das besser als Sozialdemokraten? Wirklich erholt hat sich die SPD nie von der letzten großen Sozialstaatsreform, der Agenda 2010. Ausgerechnet der Sozialdemokrat und damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte damals mitunter Sozialleistungen gekürzt und prekäre Jobs gefördert, um die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Für Betroffene war das eine Zumutung, für nicht wenige Genossen war es schlicht Verrat an der eigenen Wählerschaft. Bis heute halten fast nur Anhänger anderer politischer Lager die Reform für geglückt. Unabhängig davon, wie man Schröders Politik heute bewertet, eines kann man dem Ex-Bundeskanzler nicht absprechen: den Mut, sich unbeliebt zu machen. Auch, oder gerade bei der eigenen Wählerschaft. Solchen Mut braucht es nun wieder, wenn es um die ausufernden Sozialbeiträge und besonders die Rente geht.

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