Altersbezüge Renten sollen um mehr als drei Prozent steigen

In Westdeutschland werden die Renten zum 1. Juli 2019 um 3,18 Prozent angehoben, im Osten sogar um 3,91 Prozent.

(Foto: Daniel Hofer)

Laut einer Prognose erhalten Rentner 2019 deutlich höhere Bezüge. Die Beiträge bleiben stabil. Langfristig dürfte sich das aber ändern.

Von Henrike Roßbach, Berlin

Rentner können sich auf eine kräftige Rentensteigerung im kommenden Jahr freuen. Das geht aus dem Entwurf zum neuen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung hervor. Was erwartet Rentner und Beitragszahler konkret?

Rentensteigerung

In Westdeutschland werden die Renten zum 1. Juli 2019 um 3,18 Prozent angehoben, im Osten sogar um 3,91 Prozent. Auch für die Jahre danach werden Rentensteigerungen von rund drei Prozent in den alten Ländern erwartet. In Ostdeutschland werden die Erhöhungen dann zwischen 3,7 und 3,8 Prozent liegen.

Das Bundessozialministerium teilte am Montag mit, der Rentenversicherungsbericht befinde sich aktuell noch in der Ressortabstimmung. Es zeichne sich aber "eine erfreuliche Entwicklung ab". Die endgültige Höhe der Rentensteigerung wird erst im März kommenden Jahres feststehen, wenn alle Daten, die über die künftige Rentenanpassung entscheiden, vorliegen.

Beitragssätze

Die gute Nachricht für die Beitragszahler: Dem Rentenversicherungsbericht nach bleibt der Beitragssatz bis 2023 bei 18,6 Prozent; 2024 werden dann 19,9 Prozent fällig. Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Beitragszahler im kommenden Jahr eigentlich um 0,1 Prozentpunkte entlastet worden wären; die Lage der Rentenversicherung hätte das hergegeben. Durch das Rentenpaket der Bundesregierung aber, das an diesem Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden soll, fällt diese Entlastung aus. Zu dem Rentenpaket gehören unter anderem Haltelinien für Beitragssatz und Rentenniveau bis 2025 und eine weitere Erhöhung der Mütterrente für Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern.

Die lange Frist

Der jährliche Rentenversicherungsbericht trifft immer auch sehr langfristige Voraussagen. Dieses Mal ist besonders interessant, wann die neue Haltelinie für die Beitragssätze greifen würde. Den Berechnungen nach wäre das im Jahr 2025 das erste Mal der Fall. Dann nämlich müsste der Beitragssatz eigentlich auf 20,3 steigen. Das Rentenpaket aber sieht einen Höchstsatz von 20 Prozent bis 2025 vor. Um die Lücke zu stopfen, müsste der zusätzliche Bundeszuschuss um rund 1,9 Milliarden Euro steigen; es würde also mehr Steuergeld in die Rente fließen. Die Stabilität aber wäre, Stand jetzt, nur von kurzer Dauer. Da die Haltelinie nur bis 2025 gilt, würden die Beitragssätze den Prognosen nach schrittweise steigen: auf 22,1 Prozent im Jahr 2030 und auf bis zu 22,5 Prozent im Jahr 2032.

Ähnliches gilt für das Rentenniveau, das angibt, wie hoch die Standardrente eines Durchschnittsverdieners gemessen am Durchschnittsentgelt der Versicherten ausfällt. Derzeit liegt es bei 48,1 Prozent. Die Haltelinie des Rentenpakets sorgt dafür, dass bis 2025 das Rentenniveau von 48 Prozent nicht unterschritten wird. Danach aber wird, wenn keine weiteren Reformen kommen, das Sicherungsniveau stufen-weise sinken; dem Bericht nach auf 45,8 Prozent im Jahr 2030 und auf 44,9 Prozent im Jahr 2032. Vom Sozialministerium hieß es am Montag, es sei "gut und richtig", die doppelte Sicherungslinie einzuführen, "um Verlässlichkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung sicherzustellen".

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