Reiseverhalten der DeutschenAch, wie schön ist das Mittelmeer

Lesezeit: 3 Min.

Direkt ans Mittelmeer, wie hier nach Italien, reisen die Deutschen besonders gern.
Direkt ans Mittelmeer, wie hier nach Italien, reisen die Deutschen besonders gern. IZoonar.com/ArTo/IMAGO

Die Deutschen lieben die Sonne und den Strand – und geben für einen Urlaub an ihrem Lieblingsort so viel Geld aus wie nie zuvor.

Von Johanna Bernklau

SZ bei Google bevorzugen

Auf ihren Urlaub lassen die Menschen in Deutschland nichts kommen. Egal, wie teuer Lebensmittel oder Benzin sind. So sieht die Realität zumindest für die meisten Bürgerinnen und Bürger hierzulande aus. 57 Millionen haben im vergangenen Jahr eine Reise unternommen, besonders beliebt waren Reisen ans Mittelmeer.

Dass die Deutschen für ihren großen Jahresurlaub immer mehr ausgeben müssen, scheint sie nicht davon abzuhalten: Insgesamt 92 Milliarden Euro betrugen im vergangenen Jahr die Kosten für Urlaubsreisen, ein Rekordwert. Das zeigen die Ergebnisse der Reiseanalyse, die die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) an diesem Freitag vorgestellt hat. In der repräsentativen Befragung geben die Wissenschaftler jedes Jahr einen Einblick in das Reiseverhalten der Deutschen und wohin es sie im vergangenen Jahr in den Urlaub gezogen hat.

So viel Geld geben die Deutschen für Urlaub aus

Die Ausgaben für Reisen steigen seit fünf Jahren stetig an, für Kurzurlaube und Reisen ab fünf Tagen bezahlten die Deutschen 2025 rund 126 Milliarden Euro. Laut Ulf Sonntag, Projektleiter der Reiseanalyse, liegt das auch an der Inflation, aber nicht nur: Es gebe viele Bevölkerungsschichten, die sich den Urlaub leisten wollen und auch dementsprechend Geld dafür ausgeben würden. Trotz der zuletzt wirtschaftlich angespannten Lage.

Die ist für die meisten fast zweitrangig, wenn es um den Urlaub geht – dafür sparen die Deutschen eben. Denn der Jahresurlaub steht bei ihnen auf der Prioritätenliste für Konsumausgaben ziemlich weit oben, direkt nach Lebensmitteln und Gesundheit. Trotzdem ärgert sich die Hälfte der Bevölkerung darüber, dass sie immer mehr Geld für Urlaubsreisen ausgeben muss, und setzt ihr Budget dafür ganz bewusst an.

Doch gemessen an dem, wie viel Geld ein Haushalt monatlich zur Verfügung hat, liegen die Ausgaben für Reisen in einer ähnlichen Größenordnung wie schon in den 2010er-Jahren. Haushalte mit mehr als 4000 Euro Nettoeinkommen geben 6,5 Prozent davon für Reisen aus, Haushalte mit bis zu 2500 Euro Monatseinkommen dagegen rund acht Prozent. Laut Ulf Sonntag sind die einigermaßen stabil bleibenden Anteile ein gutes Zeichen für die Tourismusbranche: „Da droht kein Ungemach, dass wir ganze Teile der Bevölkerung durch die hohen Preise verlieren.“

Immerhin blieb es für viele Deutsche nicht bei der einen großen Urlaubsreise im Jahr. Zu den knapp 68 Millionen Reisen mit mindestens fünf Urlaubstagen kamen noch mal 91 Millionen Kurzurlaube zwischen zwei und vier Tagen obendrauf.

Das Mittelmeer ist das Traumziel der Deutschen

Das Top-Reiseland bleibt nach wie vor: Deutschland. Hier lässt es sich schließlich auch gut Urlaub machen. Rund 22 Prozent der großen Reisen fanden 2025 im eigenen Land statt, bei Kurztrips waren es sogar 70 Prozent. Besonders häufig ging es für den großen Urlaub nach Schleswig-Holstein, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern – eben dorthin, wo die Berge, das Meer und die Seen sind.

Wenn es ins Ausland geht, wollen die meisten Deutschen in die pralle Sonne und an den Sandstrand, also: ans Mittelmeer. 44 Prozent der Urlauberinnen und Urlauber zog es im vergangenen Jahr dorthin – am häufigsten nach Spanien, in die Türkei, nach Italien und Griechenland. Nicht ganz am Mittelmeer, aber trotzdem auf Platz fünf der Top-Reiseländer im Ausland steht Österreich.

Für Fernreisen außerhalb Europas entschieden sich die Deutschen bei neun Prozent ihrer Urlaube. Besonders gern flogen sie dafür nach Südostasien, aber auch Süd- und Mittelamerika sowie Nordamerika und die sonnige Karibik waren bei den Deutschen beliebt.

Pauschal- und Bausteinreisen, bei denen vorab schon alles geplant ist, sind bei den Deutschen nach wie vor besonders beliebt. Rund die Hälfte bucht so ihren Urlaub, fast 60 Prozent tun das mittlerweile online und 20 Prozent nutzen für die Reiseplanung bereits künstliche Intelligenz.

Das Flugzeug bleibt Transportmittel Nummer eins

Für viele ist Nachhaltigkeit nach wie vor wichtig. Rund die Hälfte der Deutschen möchte, dass ihr Urlaub möglichst umweltfreundlich ist. Trotzdem ist das Flugzeug immer noch das Transportmittel, mit dem es am häufigsten in den Urlaub geht (fast 47 Prozent). Das liegt auch am Traumziel Mittelmeer, das für viele nur so erreichbar ist.

Für mehr als die Hälfte der Deutschen ist jetzt schon klar: Dieses Jahr geht es auf jeden Fall in den Urlaub. Rund 40 Prozent haben ihr Ziel bereits festgelegt, 30 Prozent wissen noch nicht, wo sie sich in diesem Jahr erholen. Gar nicht in den Urlaub fahren zehn Prozent der Deutschen.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: