Regionalverkehr:Lokführer beginnen 47-Stunden-Streik

Die Lokführergesellschaft GDL hat mit ihrem zweitägigen Streik bei den großen Konkurrenten der Deutschen Bahn begonnen. Bis Samstagmorgen sollen in ganz Deutschland Züge regionaler Anbieter stillstehen. Keolis wird vom Streik ausgenommen - der Betreiber hat Verhandlungen zugestimmt. GDL-Chef Claus Weselsky spricht von einem "Dammbruch".

Die nächste Runde des Arbeitskampfes der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat begonnen. Seit drei Uhr werden die Konkurrenzbetriebe der Deutschen Bahn bestreikt. Im Kampf um gleiche Löhne für Lokführer sollen in ganz Deutschland für 47 Stunden bei 22 regionalen Anbietern die Züge stillstehen. Ein Schwerpunkt des Streiks soll Norddeutschland sein.

150 Lokfuehrer privater Bahnen im Streik

Die Lokführer bestreiken in ganz Deutschland für 47 Stunden bei 22 regionalen Anbietern die Züge. Schwerpunkt der Arbeitsniederlegung ist Norddeutschland.

(Foto: dapd)

Der Streik solle deutlich machen, dass die Lokführer bereit seien, für ihre Ziele zu kämpfen, sagte der stellvertretende GDL-Bundesvorsitzende Norbert Quitter: "Unsere Ziele sind nicht Streiks, unsere Ziele sind die Rahmentarifverträge." Betroffen sind die großen Verkehrsgesellschaften Abellio, Arriva, Benex, Veolia, Hessische Landesbahn sowie ihre Töchter - nicht aber die Deutsche Bahn AG (DB), mit der die GDL wieder verhandelt.

Bei der norddeutschen Metronom-Bahn wird mit massiven Zugausfällen auf den Strecken von Hamburg nach Bremen, Cuxhaven, Hannover und Göttingen gerechnet. Die Nordwestbahn, die im Weser-Ems-Gebiet, in Westfalen, im Ruhrgebiet und im Münsterland unterwegs ist, geht dagegen davon aus, dass es keine großen Einschränkungen des Bahnverkehrs geben wird. Beim Streik Anfang der Woche seien im gesamten Streckennetz nur sieben Züge ausgefallen.

Den Bahn-Konkurrenten Keolis nimmt die GDL von ihren Streiks aus. Keolis habe am Mittwoch ohne Vorbedingungen die Bereitschaft zu Verhandlungen für einen inhaltsgleichen Rahmentarifvertrag für Lokführer und die dazugehörige Verknüpfung mit einem Haustarifvertrag erklärt, teilte die GDL mit. GDL-Chef Claus Weselsky sprach von einem "Dammbruch". Die GDL begrüße die "Einsicht" des Arbeitgebers und wolle zeitnah Tarifverhandlungen aufnehmen. Keolis ist eine Tochter der französischen Staatsbahn SNCF.

Mit ihren wiederholten Streiks will die GDL einen einheitlichen Tarifvertrag für die 26.000 Lokführer im Regional-, Fern- und Güterverkehr durchsetzen - egal bei welchem Betreiber sie arbeiten. Eine Kernforderung ist eine Angleichung der Einkommen auf dem Niveau der Deutschen Bahn. Mit dem Branchenführer steht die GDL zurzeit in Verhandlung.

© sueddeutsche.de/dpa/feko/mikö
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