Martyna Linartas, 35, zählt zu Deutschlands bekanntesten Ungleichheitsforschern und wünscht sich vor allem eines: dass viel mehr über Geld geredet wird. Besonders über das Geld derer, die viel geerbt und wenig selbst erwirtschaftet haben. Das Gespräch findet in einem Büro der Freien Universität im beschaulichen Berlin-Dahlem statt, wo sich die Hochschulinstitute hübsch zwischen die Gründerzeitvillen reihen. Vielleicht genau der richtige Ort, um über die deutsche Erbengesellschaft, Aufzugfahrten mit Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser und ihre Kindheit zwischen Obdachlosenheim und mexikanischer Villa zu reden.
Reden wir über Geld„Ich bin eine Gewinnerin der Sperma-Lotterie“
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Martyna Linartas wuchs in Armut auf, lebte mit ihren Eltern zeitweise in einem Obdachlosenheim. In ihrer Verwandtschaft erlebte sie auch extremen Reichtum und hat selbst Aussicht auf ein Erbe. Die Ungleichheitsforscherin fordert ein gerechteres Steuersystem – und ein Grunderbe.
Interview von Hans von der Hagen und Nadja Lissok
