Die Radeland-Siedlung auf dem Gebiet der Kleinstadt Baruth/Mark südlich von Berlin ist eine nationale Rarität: 150 Häuser – manche kaum mehr als Holzhütten, andere massiv gebaut mit mehreren Wohnungen – stehen weit verstreut in einem 200 Hektar großen Kiefernwald. Sie sind nur über kilometerlange, kaum befestigte Waldwege erreichbar und nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen. „Jedes Haus versorgt sich über einen eigenen Brunnen“, sagt Lisa Fialik, der mit ihrer Familie eines der Häuschen gehört. „Seit einigen Jahren stellen wir fest, dass die Grundwasserspiegel sinken.“ Eines Tages habe sie den Hahn aufgedreht und kein Tropfen sei mehr gekommen. „Wir mussten für 6000 Euro einen neuen, tieferen Brunnen bohren lassen“, sagt Fialik. Anderen Radeland-Siedlern gehe es ähnlich.
Geplante ErweiterungWiderstand gegen Red-Bull-Vorhaben in Brandenburg wächst
Lesezeit: 4 Min.

Der Brause-Konzern will seinen Standort erweitern. Doch es gibt Widerstand. Die Grundwasserstände sinken, und wie viel der Konzern für das Wasser bezahlt, wird als Geheimnis gehütet.
Von Uwe Ritzer, Baruth/Mark