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Recycling:Schädliches Plastikspielzeug

Der Umweltverband BUND findet teils hohe Werte von Dioxin in recycelten Kunststoffen - ein Risiko vor allem für Kinder.

Aus Abfällen lassen sich wertvolle Rohstoffe gewinnen, die dann wieder zu neuen Produkte werden - zum Beispiel Plastikspielzeug für Kinder. Müll auf diese Art zu verwerten, gilt als nachhaltig und umweltschonend. Doch recycelte Stoffe können auch Gesundheitsrisiken bergen, wie am Freitag veröffentlichte Testergebnisse des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigen. Die Umweltschützer entdeckten giftiges Dioxin bei Stichproben in Plastikspielzeug für Kinder. "Billigprodukte aus recycelten Kunststoffabfällen aus Elektroschrott weisen alarmierend hohe Werte an bromierten Dioxinen auf", heißt es in dem Bericht. Die höchsten Werte wurden demnach bei einem in Deutschland gekauften Zauberwürfel-Anhänger entdeckt, die Grenzwerte seien überschritten worden. Der Umweltverband habe die Behörden daher aufgefordert, das Produkt vom Markt zu nehmen.

Abfälle aus alten Elektrogeräten sind besonders belastet

Weitere acht Plastikspielzeuge, gekauft in Tschechien, Frankreich, Portugal, Argentinien, Indien und Nigeria, waren dem BUND zufolge auch stark belastet. Die ermittelten Werte für bromierte Dioxine lägen bei allen getesteten neun Produkten im Bereich dessen, was sonst nur in der Flugasche von Müllverbrennungsanlagen gemessen wird. Sie seien damit stark gesundheitsgefährdend.

Bei der jetzt analysierten Art von Dioxinen handelt es sich den Angaben zufolge um Verunreinigungen durch Flammschutzmittel. Die werden unter anderem für Elektrogeräten verwendet, um Brandschutzauflagen zu erfüllen. Der Umweltverband fordert, dass der Grenzwert für diese Flammschutzmittel in Recyclingmaterialien radikal gesenkt werden müsse. "Nur so lässt sich vermeiden, dass Gifte mit recycelt werden", sagt Manuel Fernández, Chemieexperte beim BUND.

Dioxine, die es in verschiedenen Formen gibt, reichern sich im Körperfett an und werden sehr langsam abgebaut. Die Stoffe stehen im Verdacht, in vielerlei Hinsicht gesundheitsschädlich zu sein.

© SZ vom 24.11.2018 / SZ

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