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Reaktion auf Wirtschaftsflaute:SAP streicht 3000 Jobs

Schwieriger Start ins Jahr 2009: Wegen der unsicheren Wirtschaftslage streicht SAP sechs Prozent der Stellen - und will so bis zu 350 Millionen Euro sparen.

Europas größter Softwarehersteller SAP muss sparen. Angesichts der Konjunkturkrise setzt der Konzern massiv den Rotstift an - und streicht bis zum Ende des Jahres etwa 3000 Jobs, das sind knapp sechs Prozent der Stellen.

Stellenabbau, aber keine Kündigungen: Europas größter Softwarekonzern SAP muss sparen.

(Foto: Foto: dpa)

So will SAP ab dem Jahr 2010 jährlich 300 bis 350 Millionen Euro einsparen. Wie das Unternehmen mitteilte, solle die Anzahl der Stellen "unter konsequenter Ausnutzung der natürlichen Fluktuation" reduziert werden. Die Anzahl der Beschäftigten solle bis Jahresende auf 48.500 Mitarbeiter sinken.

Co-Vorstandschef Leo Apotheker stellte im Fernsehsender ntv klar, dass keine betriebsbedingten Kündigungen geplant seien. "Es geht nicht darum, Mitarbeiter entlassen zu wollen." Doch auch SAP sei von der Wirtschaftskrise betroffen. Im Mai wird Apotheker nach dem Ausscheiden von Henning Kagermann alleiniger Chef von Europas größten Softwareunternehmen.

Umsatz gesteigert

Auch mit einem vorausschauenden Blick in das laufende Jahr tut sich SAP schwer. Konkrete Prognosen wagt der Konzern nicht, stellt allerdings eine bereinigte operative Marge zwischen 24,5 und 25,5 Prozent in Aussicht. Das schließt Kosten zwischen 200 und 300 Millionen Euro für den Stellenabbau ein, welche die Marge um zwei bis drei Prozent drücken.

Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Umsatz von 10,24 auf 11,73 Milliarden Euro. Der operative Gewinn erhöhte sich von 2,8 auf 3,3 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente SAP 2,23 Milliarden Euro - und damit 14 Prozent mehr als 2007.

"2008 teilt sich in zwei vollkommen unterschiedliche Hälften ein. Das starke erste Halbjahr wurde abrupt von der Finanzkrise beendet", sagte Co-Chef Henning Kagermann. "Als die Krise einschlug haben wir rasch reagiert und Maßnahmen zur Verringerung der Kosten eingeleitet." Im Herbst hatte das Unternehmen von einem Einbruch im Softwaregeschäft berichtet und ein erstes Sparprogramm aufgelegt.

© sueddeutsche.de/dpa/AP/tob/hgn
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