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Raumfahrt:Rückkehr zur Erde

Raumschiff ´Starliner" nach missglücktem Start wieder gelandet

Die Raumkapsel Starliner am Sonntag nach der Landung in New Mexico.

(Foto: Bill Ingalls/dpa)

Die Boeing-Kapsel "Starliner" landet nach Pannenflug in New Mexico. Weihnachten fällt auf der ISS nun bescheidener aus.

Die ISS-Besatzung muss wohl vorerst auf ihre Weihnachtsgeschenke verzichten: Zwei Tage nach dem missglückten Erstflug der unbemannten Boeing-Kapsel CST-100 Starliner zur Internationalen Raumstation ISS ist die Kapsel am Sonntag um 5.58 Uhr Ortszeit mit Fallschirmen auf dem Testgelände White Sands Space Harbor Runway im US-Bundesstaat New Mexico gelandet. Eigentlich sollte die Astronautenkapsel am Samstag an die ISS andocken und am kommenden Samstag zurück zur Erde kehren. Die Fracht bestand aus einem Testdummy namens Rosie sowie Kleidung und Lebensmitteln, aber auch Präsenten für das Weihnachtsfest.

Nasa und Boeing wollten mit der Starliner erproben, demnächst Astronauten zur ISS zu befördern. Nach dem Start mit einer Atlas-V-Rakete in Cape Canaveral in Florida war es aber am Freitag zu einem Problem bei der Zündung der Antriebe an der Kapsel selbst gekommen. Das Raumschiff hatte zu früh so viel Treibstoff verbraucht, dass es später nicht mehr zur ISS gelangen konnte. Nasa und Boeing erklärten, dass vermutlich eine Uhr an Bord der Starliner nicht richtig eingestellt war. Dem Techmagazin The Verge zufolge soll es zudem Kommunikationsprobleme gegeben haben, da sich die Kapsel im entscheidenden Moment in einem Funkloch zwischen zwei Satelliten befunden habe.

Wären Astronauten an Bord gewesen, hätten sie möglicherweise mehr Optionen gehabt, um doch noch einen regulären Flug zur ISS unternehmen zu können, hieß es am Samstag in einer telefonischen Pressekonferenz. Boeing und Nasa betonten, dass trotz der Probleme wichtige Erkenntnisse gewonnen würden. Viele Messungen seien trotzdem möglich gewesen. Neben Boeing testet auch Space-X eine Astronautenkapsel. Der unbemannte Erstflug der Crew-Dragon verlief im März erfolgreich. Wann die ersten Astronauten von Florida aus zur ISS fliegen, bleibt nach der jetzigen Panne unklar.

© SZ vom 23.12.2019
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