Raumfahrt:Oneweb stoppt Starts von Baikonur

Das britisch-indische Konsortium Oneweb will seine Satelliten für das geplante Breitbandinternet aus dem All vorerst nicht mehr von Baikonur in Kasachstan aus starten. Dies kündigte das Unternehmen, das seit 2019 bereits rund 430 Satelliten mit russischen Sojus-Raketen im Erdorbit platziert hat, am Donnerstag an. Oneweb reagierte damit auf russische Forderungen nach einer rechtsverbindlichen Garantie bis Freitagabend Moskauer Zeit, dass die Oneweb-Satelliten nicht für militärische Zwecke genutzt werden. Ferner solle Großbritannien seine Anteile an Oneweb abgeben. Anderenfalls werde ein für diesen Samstag geplanter Start gestrichen, so die Drohung des russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, die Baikonur verwaltet. Sie begründet dies mit der "feindlichen Haltung Großbritanniens gegenüber Russland". London hatte nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine ebenfalls Sanktionen gegen Russland verhängt.

Die britische Regierung hatte den Starlink-Konkurrenten Oneweb 2020 gemeinsam mit dem indischen Konzern Bharti Global aus einer Insolvenz heraus übernommen. "Die britische Regierung verkauft ihren Anteil nicht", hat Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng nun erklärt. Oneweb hatte für seine Sojus-Starts Verträge mit dem französischen Anbieter Arianespace abgeschlossen, darunter vom europäischen Startplatz Kourou in Französisch-Guyana und von Baikonur aus. Ursprünglich sollten Oneweb-Satelliten auch mit der neuen Ariane 6 starten, doch verzögert sich der Erstflug der Esa-Rakete.

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