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Raumfahrt:Laser-Firma will an US-Börse

Mynaric

Laserkommunikations-Plattformen von Mynaric können Daten und Signale zur Erde, aber auch innerhalb eines Satellitennetzes senden. Illustration: Mynaric/oh

Mynaric möchte in diesem Jahr mit der Serienproduktion beginnen. Das Unternehmen ist bereits in Frankfurt notiert und sieht insbesondere Chancen auf dem amerikanischen Markt.

Von Dieter Sürig, München

Die Firma Mynaric stellt Laserkommunikations-Plattformen für Satelliten her und hat enge Beziehungen zu den USA: Schließlich führt seit 2019 der frühere Space-X-Ingenieur Bulent Altan das Unternehmen aus Gilching westlich von München - er hatte zehn Jahre lang die Falcon-Raketen für Elon Musk mit entwickelt. Und Mynaric hat bereits diverse Aufträge aus US-Regierungsprogrammen an Land gezogen. Da liegt es nahe, dass die Firma in diesem Jahr auch an eine Börse in den Vereinigten Staaten gehen will, "um den Zugang zu den US-Kapitalmärkten zu erleichtern", so das Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung. Details zu Volumen, Zeitpunkt und Börsenstandort gibt es noch nicht.

Es wäre der zweite Börsengang der Firma, die ehemalige Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt 2009 gegründet hatten: Seit Herbst 2017 ist Mynaric an der Frankfurter Börse notiert, 73 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz, der Rest bei Family Offices und Management. Der Ausgabekurs betrug damals 54 Euro, mittlerweile kostet die Aktie um die 70 Euro, das Unternehmen ist somit rund 280 Millionen Euro wert. Die neuen Aktien sollen im Zuge einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden.

Die junge Firma, die 2020 noch knapp 23 Millionen Euro Minus gemacht hat, will mit dem Erlös in die Serienproduktion gehen und Mitarbeiter einstellen. Grund für den US-Börsengang seien auch "das zunehmende Interesse an der Weltraumindustrie" und neue Mitbewerber im Kommunikationsbereich, teilt das Unternehmen mit. Mynaric gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Anbietern bei Produkten für die Laserkommunikation, in Deutschland ist auch die Airbus-Tochter Tesat in diesem Bereich tätig.

Gerade in Hinblick auf die zahlreichen Breitband-Satellitennetze, die entstehen und geplant sind, darunter Starlink von Space-X, steigt die Nachfrage nach Laserkommunikationssystemen, die mit Hochgeschwindigkeit Daten und Signale sicher von Satellit zu Satellit und zur Erde senden können. Auch wegen der Regierungsprogramme sieht Mynaric den amerikanischen Markt "als entscheidenden Faktor für die Industrialisierung der Laserkommunikation". Das Unternehmen, das bereits Niederlassungen in Los Angeles und Washington hat, will deswegen seine Präsenz in den USA ausbauen, aber ausdrücklich an seinem deutschen Standort festhalten, wie Altan sagt.

© SZ
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